Kino feiert Jubiläum in Hamburg

Anzeige
Erbaut in den Jahren 1925-27 von Fritz Schumacher, wurde das Magazin zuerst als Speisesaal der „Kleinrentnerspeisung Fiefstücken“ genutzt. Von 1938 bis Januar 1974 residierten hier die Winterhuder Lichtspiele

40 Jahre „Magazin“: Kleiner Preis und ein neuer Vorhang

Hamburg. Die große Programmvielfalt mit rund drei erlesenen Hauptfilmen pro Woche zeichnen es aus, die gelegentlichen Filmnachmittage mit Bürgervereinen ebenso wie Lesungen oder Live Musik-Auftritte. Das Magazin hat bis heute im Stadteil seinen fest verankerten Kultstatus, mehrfach wurden ihm Kulturpreise verliehen. Zum 40. Geburtstag des Filmkunsttheaters am Mittwoch, 27. Januar schenken Gründer und Urgesteine, die das Kino vor vier Jahrzehnten vor dem Aus bewahrten, dem Saal einen neuen roten Bühnenvorhang aus schwerem Samt.

3 Mark Eintritt

Zudem planen Arndt Eggers, Erika Mielke und Roger Hook ein besonderes Jubiläumsprogramm: An diesem Tag erwarten die Gäste zu einem Glas Sekt die Publikumsmagneten von damals in einer Retrospektive, zum Preis von 3 Mark: „Das ist der originale Eintrittspreis, als die Winterhuder Lichtspiele schlossen und wir das Kino übernahmen.“ erklärt Arndt Eggers, Inhaber und Programmchef seit Januar 1974. Wer die inzwischen antike Währung nicht mehr auftreiben könne, zahle ersatzweise eben 2 Euro.
„Die badende Venus“ (USA 1944) gibt es um 16 Uhr. Es folgt „Die kleinste Schau der Welt“ (GB 1957) mit Peter Sellers um 18 Uhr. Dann läuft um 20.30 Uhr ein Film, der sich ebenfalls Kultstatus erobert hat: „The Rocky Horror Picture Show“ (USA 1975) hatte hier im Magazin 1977 seine sensationelle deutsche Premiere, denn kein anderes Kino wollte den Film damals vorführen. Die Magazin-Besucher dagegen waren von dem Streifen so begeistert, dass er sich bald eine große Fan-Gemeinde eroberte. „Die Leute standen oft auf und sangen die Liedtexte mit“, erinnert sich Roger Hook gern. Als technischer Leiter hält er dem Kino seit 1975 die Treue. „Und als wir die Blues Brothers zeigten, tanzte das Publikum sogar.“ Mit Erika Mielke, von Anfang an die kaufmännische Leiterin, schwärmen Hook und Eggers von den „goldenen Zeiten“, in denen das kleine Stadtteilkino ganz groß wurde. Dann ist die Rede auch davon, dass es in den vier Jahrzehnten „zum Glück keine einzige Katastrophe“ gegeben hat.

Kinderkino in den Ferien

Besonders gerne denkt Erika Mielke an das Kinderkino, das regelmäßig in allen „kurzen“ Ferien für Kitas stattfindet. „Die Zwerge kommen oft mit einem 10-Cent-Stück, ganz heiß vom Festhalten in der Hand, damit wollen sie das Kino kaufen.“ schmunzelt die langjährige Kassiererin – und auch darüber, wie Dreijährige dann erklären könnten, was ein Kino ist.
Mehr Info zur Geschichte: magazinfilmkunst.de (wh)

Jubiläumsfeier am Mittwoch, 27. Januar, 16 Uhr, 18 Uhr und 20:30 Uhr. Fiefstücken 8a. Eintritt: 3 Mark oder 2 Euro.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige