Konferenz der Flüchtlinge

Anzeige
Latoya Manly-Spain erhob für die rechte geflüchteter Frauen ihre Stimme Foto: Flüß

2.000 Zufluchtsuchende und Unterstützer trafen sich auf Kampnagel

Von Miriam Flüß
Winterhude
„Unsere stummen Stimmen sollen gehört werden“, forderte Abimbola Odugbesan am 27. Februar zum Auftakt derInternationalen Konferenz für Geflüchtete und Migranten auf Kampnagel. Der Afrikaner ist Angehöriger der Flüchtlingsgruppe „Lampedusa in Hamburg“ und einer der Organisatoren der dreitägigen Konferenz, zu der rund 2.000 Geflüchtete und Unterstützer kamen. Einen Tag vor Beginn der Konferenz hatte der Dachverband Hamburger Bürgerinitiativen eine Volksinitiative angemeldet, in der gefordert wird, dass nicht mehr als 300 Geflüchtete in einer Unterkunft leben sollen. Aber wie möchten eigentlich die Geflüchteten leben? Über sie wird derzeit viel geredet, mit ihnen wenig. Die von deutschen und französischen Initiativen und Einzelpersonen organisierte Konferenz mit zahlreichen Workshops, Rechtsberatungen, Kunstaktionen und Konzerten bot Flüchtlingen und Migranten erstmals ein Forum, um die aktuelle Situation zu analysieren und diskutieren. „Die Resonanz ist überwältigend“, freut sich Abimbola Odugbesan. „Es gibt einen riesigen Diskurs über Flüchtlinge in den Medien und in der Gesellschaft, aber unsere Meinungen gehören bislang nicht dazu. Das wollen wir ändern.“

Arbeitsplätze schaffen?


Besonders galt das auch für die Belange weiblicher Geflüchtete, wie Latoya Manly-Spain, neben Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard die einzige Frau auf dem Podium der Pressekonferenz, eindringlich klar machte: „Stellt Euch nur für einen Moment vor, zu fliehen und alles zurückzulassen. „Nicht zu wissen, wo deine Kinder sind und ob du die Fahrt über das Meer in einem Boot überlebst. Aber wir kommen hier mit viel Kraft an.“ Diese Kraft wollen die Geflüchteten einbringen. Das gelte insbesondere auch für den Arbeitsmarkt: „Flüchtlinge sind nicht nur auf Arbeitsplätze angewiesen, sondern können auch selbst welche schaffen“, wie eine geflüchtete Zuhörerin betonte. Amelie Deuflhard zögerte nicht, als ein Raum für die Konferenz gesucht wurde: „Wir sind eine Kulturfabrik, aber involviert in die Politik. Von der selbst organisierten Konferenz war ich beeindruckt und habe sofort als Gastgeberin zugesagt. Das ist eine wichtige Veranstaltung, die hier stattfindet.“
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige