„Kulturbrücke Hamburg“ setzt auf kreative Integration

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Die jungen Teilnehmer des Projekts haben Stoff mit einfachen Mitteln bearbeitet Foto: Hanke
 
Hourvash Pourkian (r.), Gründerin von Kultur-brücke e.V., und Künstler Homajum Gheidi Foto: Hanke

Beim Projekt „Switch Kids Art“ lernen Kinder Hamburg künstlerisch kennen

Rotherbaum Kinder aus Bosnien, Mazedonien und Ghana üben sich in der japanischen Falttechnik Origamie. Mitten in Hamburg beim Verein Kulturbrücke Hamburg, Projekt „Switch Kids Art – Fit für Hamburg“. Im Nachbarhaus bringt Anneliese Meierott Kindern aus Serbien, Afghanistan, Bosnien und Mazedonien das Stricken, Häkeln und Arbeiten mit Holz näher. Die „Kulturbrücke Hamburg“ feiert am 2. Juli seinen zehnten Geburtstag. Mit dem Projekt „In vier Tagen um die Welt“, in dem Kinder an vier Tagen bei Familien aus vier verschiedenen Ländern zu Gast sind, baut der Verein seit 2005 Brücken zwischen den Kulturen. Die Gründerin und erste Vorsitzende Hourvash Pourkian ist davon überzeugt, dass Vorurteile über andere Kulturen und Länder am besten abgebaut werden können, „wenn wir bei den Kindern anfangen“.

Ausgezeichnetes Projekt


Die gebürtige Iranerin, die 1974 nach Deutschland kam, kennt das Leben in zwei Kulturen. Seit eineinhalb Jahren gibt es nun das zweite Projekt „Switch Kids Art.“ 2015 gewann es den 1. Preis beim Deutschen Bürgerpreis in der Kategorie Alltagshelden: Kinder aus eher sozial benachteiligten Familien treffen an vier Tagen verschiedene Hamburger Künstler, um deren Künste kennenzulernen und sie gleich anzuwenden. Speziell für Flüchtlingskinder haben Hourvash Pourkian und ihr Team an die Bezeichnung Switch Kids Art den Zusatz „Fit für Hamburg“ angefügt. „Wir wollen auch die Frage thematisieren: Wie verhält man sich in Deutschland?“, erläutert Hourvash Pourkian. Künstler Homajum Gheidi, der mit den Kindern malt, liegt vor allem am Herzen, den Jungs die Vorstellung der Gleichberechtigung der Geschlechter zu verdeutlichen. „Respekt vor Frauen und Mädchen - das müssen sie begreifen“, fordert Gheidi. 41 Kinder haben in kleinen Gruppen in den zwei Wochen der Frühjahrsferien verschiedene Künste und kreative Tätigkeiten kennengelernt, vor allem Basteln, Handarbeiten und Malen. Auch Besuche im nahegelegenen Zoologischen Museum, bei Planten und Bloomen oder im Schanzenpark standen auf dem Programm. Anneliese Meierott, auch als „Strickanna“ bekannt, hat kleine Holzstöcke gesammelt, mit denen gestrickt und gewebt werden kann. Ihr Motto: Aus Nichts wunderbare Sachen machen. „Ich bin Kriegskind. Ich weiß, wie es ist, nichts zu haben. Man braucht nicht viel, um etwas zu machen. Das möchte ich den Flüchtlingskindern näher bringen“, erzählt die ausgebildete Textilfachfrau. Das Projekt „Switch Kids Art – Fit für Hamburg“ wird voraussichtlich während der Schulzeit fortgeführt. Hourvash Pourkian kann sich auch vorstellen, an den Wochenenden ein Programm anzubieten. Es ist auch denkbar mit Künstlern Unterkünfte zu besuchen, um dort Angebote zu unterbreiten. Ganz besonders würde sie sich über größere Räumlichkeiten freuen. Derzeit dient eine Wohnung in dem Haus, in dem die Switch-Gründerin wohnt, als Kreativstätte. „Wir arbeiten gern mit Kooperationspartnern zusammen“, erzählt Pourkian. (ch)

Interessenten, die sich für die Switch Projekte begeistern und die Kulturbrücke unterstützen möchten, können sich unter Telefon 37 51 73 73, oder info@kulturbrueckehamburg.de melden. Weitere Infos unter
www.switchdeutschland.de
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