„Kunter-Bunker“ hofft auf Olaf Scholz

Wann? 17.01.2017

Wo? Goldbekhaus, Moorfuhrtweg 9, Hamburg DE
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Seit dem vergangenen Frühjahr setzen sich Nachbarn und Mitglieder der Initiative „Wir sind Winterhude“ für die Umgestaltung des Hochbunkers am Kuhnsweg ein Foto: Haas
Hamburg: Goldbekhaus, Moorfuhrtweg 9 |

Initiative „Wir sind Winterhude“ bittet Hamburgs Ersten Bürgermeister um Hilfe. Behörde erteilt Absage

Von Waltraut Haas
Winterhude
Einen überraschenden Besuch aus Winterhude bekam Olaf Scholz beim Neujahrsempfang im Rathaus in der vergangenen Woche. Ellen Bleckmann von der Initiative „Wir sind Winterhude“ überreichte dem Ersten Bürgermeister eine Schoko-Torte mit dem Bild des Bunkers am Kuhnsweg – untermalt von einem Ständchen der Hammonia-Hymne auf dem Saxophon.

Initiative bittet um Hilfe


Die Torte für Scholz sollte die damit verbundene Bitte um seine „tätige Hilfe“ versüßen: den Bunker am Kuhnsweg vor Abriss und Grundstückspekulation zu bewahren. Lächelnd nahm Hamburgs Erster Bürgermeister das Sahnestück entgegen, äußerte sich bisher aber nicht zu dem Thema. Die Initiative möchte den Beton-Koloss aus dem Zweiten Weltkrieg für soziale und kulturelle Projekte sowie bezahlbaren Wohnraum nutzen. Anwohner von Bunkern an der Forsmannstraße und im Poßmoorweg hatten in den vergangenen Jahren viele Unannehmlichkeiten durchzustehen, bis die Betonburgen aus dem Zweiten Weltkrieg zertrümmert und abgerissen werden konnten. Die horrenden Kosten werden jetzt refinanziert: durch kostspielige Wohnungen.

Gegengewicht zur Gentrifizierung


Der „Kunter-Bunker“, wie der Betonkoloss von der Initiative genannt wird, sei auch ein Gegengewicht zur zunehmenden Gentrifizierung im Stadtteil, argumentieren die Kritiker eines Abrisses. Unterstützt wird das Projekt vom Goldbekhaus, von der Quartiersentwicklung Q8 und der Bodelschwingh-Stiftung. Auch die Bezirksversammlung hatte vorigen Juni einstimmig eine Umgestaltung des Bunkers für soziale Wohnungen und kulturelle Nutzung befürwortet.

Nur noch Olaf Scholz kann helfen


Der Realisierung des „Kunter-Bunkers“ stehen jedoch massive Hürden entgegen. Der Landesbetrieb Immobilien und Grundvermögen (LIG) sei an einem Kauf nicht interessiert, teilte dazu der Sprecher der Finanzbehörde Daniel Stricker mit. „Noch will der Bund das Objekt zu Höchstpreisen vermarkten“, befürchtet Hartmut Ring, Sprecher von „Wir sind Winterhude“. Auch erste Verhandlungen des städtischen Wohnungskonzerns Saga GWG seien an den Preisvorstellungen des Bundes gescheitert. Nun helfe nur der Einsatz des Ersten Bürgermeisters, den „Kunter-Bunker“ doch noch zu retten.

Die Initiative lädt ein zum Treffen am 17. Januar, 19 Uhr, im Goldbekhaus, 2. Stock, Raum 2. Weitere Infos: www.kunterbunker-winterhude.de
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