Lehrer und Manager der schönen Künste

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Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Rauhe, Ehrenpräsident der Hochschule für Musik und Theater Hamburg Foto: Krause

Professor Hermann Rauhe wird 85 Jahre alt

Harvestehude Auch wenn sie seit Jahren schon nicht mit dabei ist – für viele Menschen ist Dagmar Berghoff immer noch „die Miss Tagesschau“. Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Rauhe hat die Leitung der Hochschule für Musik und Theater Hamburg längst in andere Hände gelegt, doch auch er ist in Hamburg als deren Ehrenpräsident so etwas wie der „Mister Musikhochschule“.
Was die beiden verbindet? Die Hochschule an der Milchstraße. Denn als Dagmar Berghoff 1964 ihr Schauspielstudium dort aufnahm, war Rauhe bereits Dozent und schaffte es ein Jahr später zum jüngsten Professor Hamburgs. 1978 wird er Präsident und bleibt es, durch drei Wiederwahlen bestätigt, bis zum 1. April 2004. In dieser Zeit hat er das Profil der Hochschule entscheidend geprägt. Nicht nur inhaltlich – auch viele Bauaktivitäten fallen in seine Amtszeit.
Dabei hat es Hermann Raue wie wohl kein zweiter Hochschulleiter verstanden, Sponsoren aus der Wirtschaft für seine Pläne zu begeistern. Der 1930 geborene Rauhe ist trotz seines riesigen Arbeitspensums immer noch energiegeladen und vital. Gibt es ein Zaubermittel? „Musik und Bewegung“, so Professor Rauhe im Gespräch mit dem Wochenblatt, „sind in jedem Lebensalter von außerordentlicher Bedeutung. Ganz vorne an das Singen. Beim Singen wird das Zusammenspiel von Geist und Körper gefordert und gefördert – das kann jede und jeder, bis ins hohe Alter hinein!“
Rauhe muss es wissen, denn am 6. März feiert er seinen 85. Geburtstag und ist dabei ganz offensichtlich „fit wie ein Turnschuh“. Nur durch Musik? „Nein, ich bin auch ein aktiver Wanderer und Spaziergänger“ , berichtet der Professor, „das beginnt mit ganz alltäglichen Dingen wie dem Weg zum Bahnhof. Natürlich könnte ich auch das Auto nehmen, doch fast täglich zwei zwanzigminütige Fußwege sind ein nicht zu verachtendes Fitnessprogramm und bieten Gelegenheit zum kräftigen Durchatmen. Schöner Nebeneffekt – beim Laufen wird auch der Kopf frei.“

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sikhoschule lehnte Rauhe als Student ab


Für einen Mann wie Rauhe geradezu lebensnotwendig. Denn er ist nicht nur in weit über 100 Gremien, Vereinen, Institutionen und Vorständen Mitglied, sondern oft auch deren treibende Kraft. All das ist dem Dorfschullehrerssohn aus Wanna/Niederelbe nicht in die Wiege gelegt worden. Sicher hätten sich seine Eltern auch nie träumen lassen, dass einmal die dortige Grundschule den Namen ihres Sohnes tragen würde. Bei der Berufswahl wünschten sich die Eltern für ihren Sohn etwas „Solides“. Der Postdienst schien ihnen dafür bestens geeignet. So bewarb sich Rauhe 1949 widerwillig, aber erfolgreich in der Oberpostdirektion am Stephansplatz um einen der begehrten Plätze als Postinspektoren-Anwärter. Heute räumt er ein, viel bei der Post gelernt zu haben – damals war es für ihn einfach nur „eine öde Zeit“. Deshalb bewarb sich Hermann Rauhe bei der Hochschule für Musik um einen Studienplatz – dem Institut, dessen Präsident er ab 1978 für mehr als zweieinhalb Jahrzehnte werden sollte. Doch die Musikhochschule zeigte ihm die kalte Schulter. Anders als die Post war man dort von seinem Talent nicht überzeugt; er wurde abgelehnt und schaffte erst im zweiten Anlauf die Aufnahmeprüfung.
Rauhe hat viele Künstler, die an „seiner“ Hochschule studiert haben, begleitet und gefördert. Den wohl außergewöhnlichsten Weg aber hat eine seiner Professorinnen gewählt: „Ingrid Stampa war Professorin für das Fach Viola da Gamba“, berichtet Hermann Rauhe, „als sie mir sagte, sie wolle ihre Professur aufgeben, um ins Kloster zu gehen, habe ich ihr dringend abgeraten. Allerdings vergeblich. Nach einem Jahr hat sie das Klosterleben mit der Führung von Haushalten Angehöriger der Kurie in Rom eingetauscht.“
Am 6. März feiert Hermann Rauhe seinen 85. Geburtstag. Ehrungen durch die Stadt und seinen großen Freundeskreis sind angesagt. Auch die Hochschule hat „Geburtstag“ – 65 Jahre wird sie in diesem Jahr. „Eine Festreihe wie zum 65. ist nicht geplant“, so Dieter Hellfeuer von der Hochschule „wir sind mit dem Umzug zur Hebebrandstraße in Winterhude beschäftigt, denn hier an der Alster werden alle ‚Neubauten‘ in einem Zeitraum von ca. zwei Jahren saniert.“ (fjk)
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