Mann mit Sendungsbewusstsein

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Eine Wand in Knut Terjungs Harvestehuder Wohnung zieren Entwürfe zu Rosenthal-Tassen von Prominenten Foto: Gehm

Neue Gesprächsreihe in St. Nikolai mit ZDF-Mann Knut Terjung. Nächster Gast: Lars Haider

Von Dagmar Gehm
Rotherbaum
Ins Fernsehen zieht es ihn nicht mehr. Auch Großveranstaltungen hat er zur Genüge organisiert. Jetzt fällt der Rahmen kleiner aus, das Format intimer. Nicht minder spannend aber bleiben die Gesprächspartner. Jeden ersten Montag eines Monats wird der ehemalige Leiter des ZDF-Studios Hamburg, Knut Terjung, unter dem Motto „Auf der Empore… Knut Terjung trifft…“ in der Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern „Wege und Werte“ eines Menschen vorstellen. Die Frage „Wo wird denn das gesendet?“ erübrigt sich. Die Frage, warum er das jetzt macht, auch. Wenn man versteht, was ihn treibt.
„Ich will bewusst einen Kontrapunkt setzen zu Talkshows“, erklärt der TV-Profi. „Da mir Häppchen-Journalismus auf den Keks geht, lade ich nur einen einzigen Gast ein, auf den ich mich konzentriere.“ Keinen kontroverseren Gesprächspartner als Professor Meinhard von Gerkan hätte der alte Fernsehfuchs für einen erfolgreichen Start ködern können. Schließlich läuft für das Architektenbüro Gerkan, Marg und Partner mit dem Bau von Superlativen in China alles geschmeidig. Bekanntlich hat es mit den Flughäfen Berlin Tegel und Stuttgart, dem Berliner Hauptbahnhof oder dem Flughafen BER Ausrufungs- und Fragezeichen gesetzt.
So groß ist der Andrang, dass man von der Empore ins Kirchenschiff ausweichen muss. Wie immer hat sich Knut Terjung akribisch vorbereitet: „Ich bin detailverliebt“. Begegnung auf Augenhöhe. Wie zu erwarten, fühlt sich von Gerkan für den Murks am BER nicht für schuldig. Tumult im Publikum. Von Gerkan bittet um eine Drei-Minuten-Erklärung. Bekommt von Terjung 1,5 Minuten eingeräumt. Weil er kurze Zeiten gewohnt sei. Gelächter. Die Situation entspannt sich. Die Diskussion ist eröffnet. Und wird im Anschluss als Nachklang fürs Publikum bei Wein und Häppchen befeuert.
„Als ich pensioniert wurde, hatte ich Angst, in ein schwarzes Loch zu fallen“, gesteht der heute 75-jährige, der 40 Jahre lang als aktiver Journalist tätig war, davon 15 Jahre als Auslandskorrespondent. Noch heute zeugt eine Reihe von Entwürfen für Rosenthal Mokkatassen, gestaltet von Helmut Schmidt, Günther Grass, Heidi Klum, Senta Berger, Hanna Darboven und Armin Müller Stahl, von seinen guten Kontakten. Auch das nächste Gespräch verspricht Zündstoff. Sein Gesprächspartner wird Lars Haider, Chefredakteur Hamburger Abendblatt, sein. Knut Terjung wird nachhaken, wenn noch Erklärungsbedarf besteht. Im großen wie im kleinen Format.

Hauptkirche St. Nikolai Kirche, Harvestehuder Weg 118, jeden 1. Montag im Monat, 18.30 Uhr, nächster Termin 5. Oktober, Eintritt frei, Anmeldung unter kolleg@hauptkirche-stnikolai.de
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