Mehr Sicherheit für Kinder in Hamburg

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Autos an der Einmündung Alter Güterbahnhof/Hellbrookstraße sind schlecht zu sehen Fotos: Hanke

Alter Güterbahnhof: Straßenüberquerung wird zum Risiko

Von Christian Hanke

Oskar Käsler hat’s nicht leicht, wenn er zum Spielplatz oder demnächst zur Schule gehen will. Autos kreuzen die Wege des sechsjährigen Jungen, wohin er sich auch wendet. Oskar wohnt im Neubauquartier Alter Güterbahnhof. Über die Hauptstraße des Viertels mit diesem Namen gibt es keine ausgewiesenen Querungen, keine Zebrastreifen, keine Überwege über Mittelinseln.

Denn hier darf nur Tempo 30 gefahren werden. Und für Tempo-30-Zonen sind Zebrastreifen nicht vorgesehen. Weil ja offiziell nur Tempo 30 gefahren werden darf. Offiziell…Da die Straße schnurgerade ist, halten sich viele Autofahrer nicht an die vorgesehene Geschwindigkeit. Und darum kommen Oskar und all’ die anderen rund 400 Kinder des Viertels nicht über deren Hauptstraße.

Ganz schwierig zum Beispiel ist die Situation an der belebten Einmündung der Straße Alter Güterbahnhof in die Hellbrookstraße, viel befahrene Querverbindung zwischen dem Stadtpark und Barmbek. „Autos parken die Einmündung oft zu. Außerdem stehen Stromkasten und Fahrradbügel im Weg. Niemand kann den Verkehr gut einsehen. Kinder schon gar nicht. Sie kommen nicht über die Straße“, ärgert sich Oskars Vater Sven Käsler. Und so geht es weiter, die ganze Straße rauf bis zur Alten Wöhr, an deren Ecke sich der einzige Spielplatz des Viertels befindet. Für viele Kinder nur erreichbar durch Straßenüberquerung. „Der Spielplatz wurde schlecht platziert. Er sollte in der Mitte des Quartiers liegen“, kritisiert Sven Käsler. Dort, wo er sich nun befindet, ist er für die Kinder ohne Begleitung schwer zu erreichen. Die Straße Alter Güterbahnhof kann auch deshalb schlecht überquert werden, weil sich kaum zwei Plätze oder Einfahrten zwischen den Häusern gegenüber liegen. Parkende Autos, oft auch illegal parkende, versperren immer auf einer Seite die Sicht und erschweren das Überqueren der Straße.

Im Regionalausschuss Eppendorf/Winterhude, in dem Sven Käsler die schwierige Situation für Kinder darlegte, äußerten alle Fraktionen Verständnis für seine Kritik. Karin Haas von den Linken forderte „möglichst schnell“ einen Zebrastreifen anzulegen. Das wäre aber nur möglich, wenn aufgrund der zu schnell fahrenden Autos eine besondere Gefährdung vorläge. In Ausnahmefällen kann auch für eine Tempo-30-Straße ein Zebrastreifen genehmigt werden. Doch Hartmut Herbst vom Winterhuder Polizeikommissariat 33 am Wiesendamm sagte im Ausschuss, dass für die Straße Alter Güterbahnhof „keine signifikanten Geschwindgkeitserhöhungen“ festgestellt wurden. Aber die Bezirkspolitiker wollen nicht aufgeben. Sie arbeiten an einer erträglichen Lösung. Oskar Käsler, der nach den Sommerferien in die Schule kommt, wird sich aber zunächst weiter über nicht einsehbare Straßen bewegen müssen.
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2 Kommentare
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Gerrit Moritz aus Barmbek | 26.07.2017 | 23:11  
426
Michael Kahnt aus Barmbek | 31.08.2017 | 11:47  
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