Mit Musik gegen die Sucht

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Helfen Suchtkranken mit Gesang und Entspannung: Aleksandra Z. Wolska und Dirk Steiniger Foto: Hanke

Opernsängerin und Therapeut gründeten Selbsthilfegruppe „Meinklang“

Eppendorf Singen kann entspannen, kann sogar helfen, eine Sucht zu überwinden. Das hat Aleksandra Z. Wolska schon erlebt. Sie ist Opernsängerin, Chorleiterin und Gesangslehrerin. Jetzt ist sie auch Psychologische Beraterin und Suchtberaterin. Gemeinsam mit ihrem Mann Dirk Steiniger, ebenfalls psychologischer Berater und Suchtberater sowie Entspannungstherapeut, hilft sie den Mitgliedern einer Selbsthilfegruppe für Abhängige, -gefährdete und Angehörige, die sich auf der Anscharhöhe trifft, mit musikalischen Mitteln und Entspannungsübungen zu sich selbst zu finden und ihre Sucht zu bekämpfen. „Die Musik und Entspannung hilft, es passiert immer wieder: Menschen kommen abgespannt von der Arbeit zu uns. Nach dem Meeting gehen sie befreit, entspannt und fröhlich nach Hause“, erzählt Aleksandra Wolska.

„Wir wollen den Menschen Werkzeug in die Hand geben, um sich zu entspannen und Antworten auf die Frage zu geben: Wie finde ich zu mir zurück? Wer bin ich? Was fühle ich? Was kann ich machen, um den Druck loszuwerden?“ Dirk Steiniger

Anfang dieses Jahres haben die beiden „Meinklang“ gegründet, die Alternative Sucht-Akademie. Der Name „Meinklang“ bezieht sich aber nicht nur auf musikalische Klänge, sondern auf das eigentliche Ziel der Sucht-Akademie: durch das Finden des Gleichgewichts zwischen Körper, Seele und Geist zu sich zu kommen. „Im Einklang mit mir“, erläutert Aleksandra Wolska. „Wir wollen den Menschen Werkzeug in die Hand geben, um sich zu entspannen und Antworten auf die Frage zu geben: Wie finde ich zu mir zurück? Wer bin ich? Was fühle ich? Was kann ich machen, um den Druck loszuwerden?“, erläutert Dirk Steiniger, der genau weiß, wovon er spricht. Der erfolgreiche Kaufmann ist seit 20 Jahren alkoholabhängig. In diesen Jahren verlor er mehrmals Arbeit, Heim, Freunde. Bei 30 hat er aufgehört, die Entzüge zu zählen. Keiner hatte Hoffnung, dass Dirk Steiniger es schafft, länger als einen Monat nicht zu trinken.
Anfang 2013 kreuzten sich die Wege von Aleksandra und Dirk, Mitte Mai begann ihre Beziehung. Sie lernten sich an der Heilpraktiker Paracelsus-Schule kennen. Seit knapp zwei Jahren sind sie ein Paar. Steiniger hat Rückfälle erlebt, ist durch die ganze Hölle der Sucht gegangen. Aus seiner Erfahrung weiß er, dass Suchtkranke vor allem zwischen Entzug und Therapie gefährdet sind. „Wir wollen gerade in dieser Zeit für die Menschen da sein, sie auffangen. Musik und Entspannungsübungen sind da ein idealer Begleiter“, berichtet Steiniger, der zusammen mit seiner Frau verschiedene Methoden aus Psychologie, Suchtmedizin, Entspannungslehre, Musiktherapie und östlichen Weisheiten anwendet. „Es ist genug, es reicht“, sagt Dirk Steiniger zu seiner Sucht. Jetzt geht es um die Gemeinschaft, um die Betroffenen Suchtkranken und die Angehörigen Mit-Suchtkranker. Privat trägt Steuiniger die Liebe zu seiner Frau.
Die ehrenamtliche Selbsthilfegruppe ist nur eine der drei Säulen des Konzeptes von „Meinklang“. Eine Beratungsstelle und Präventions-Seminare werden vorbereitet. Und es gibt die Vision einer Wohngemeinschaft für die suchtkranken Menschen, als Zwischenstation zwischen Entzug und Entgiftung oder als Nachsorge bei der sozialen und beruflichen Rehabilitation.

Noch Räume gesucht


Zum Team der Alternativen Sucht-Akademie zählen auch der Heilpraktiker Joachim Kudritzki ,der Mediator Jörg Schilling, der Diplom-Psychologe Rainer Müller und Pastor Horst-Dieter Schultz von der St. Anscharkirchengemeinde, der viele Jahre eine Suchteinrichtung geleitet hat. Die Selbsthilfegruppe trifft sich montags von 19 bis 20.30 Uhr im Gemeindehaus St. Anschar (Haus 11) auf dem Gelände der Anscharhöhe, Tarpenbekstraße 107. Erste Tagesseminare werden am 18. und 19. April auf der Anscharhöhe veranstaltet. Das Thema: Bewusstseinserweiterung. Für Beratungen sucht die Alternative Sucht-Akademie noch zwei, rund 60 Quadratmeter große Räume. (ch)

Weitere Infos unter 357 38 633 oder info@meinklang-asa.de
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