Mitten in Eppendorf: „Musste das passieren?“

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An der Ecke Martini- und Eppendorfer Landstraße wurden sechs Häuser gegen den Protest vieler Eppendorfer abgerissen Foto: Hanke

Restaurant vor einem Jahr abgerissen. Baubeginn weiter offen

Von Christian Hanke
Eppendorf
Es klafft ein großes Loch in der Mitte Eppendorfs, und das schon seit einem Jahr. An der Ecke Martini- und Eppendorfer Landstraße wurden sechs Häuser aus den frühen Jahren der städtischen Bebauung von Eppendorf gegen den Protest vieler Eppendorfer abgerissen. Sogar eine Bürgerinitiative bildete sich gegen den Abriss („Wir sind Eppendorf“). Die große Sandfläche, die sich seit dem Abriss dort erstreckt, wird vorerst so bleiben. Die verschiedenen Grundbesitzer, die hier insgesamt 59 Wohnungen mit zwei Gewerbeflächen bauen wollen, machen noch keine Anstalten, ihre Pläne zu realisieren. „Der Baubeginn ist uns nicht bekannt“, erklärt dazu Katja Glahn, die Sprecherin des Bezirksamtes Hamburg-Nord. Die Trauer über die Veränderungen in Eppendorfs Mitte ist nach wie vor groß. „Der Herzschmerz ist immer noch da“, bekennt Anja Voß, die gerade an der Leerfläche vorbeigeht. „Warum musste das passieren? Warum hätte man den alten Bestand nicht restaurieren können? Ich bin sehr traurig“, sagt sie. „Schade, das Restaurant Tre Castagne, das war so ein dörfliches Empfinden, so ländlich. Ich trauere dem nach“, sagt Karin Kufahl, die seit 1965 in Eppendorf wohnt. Und weiter: „Es muss ja gebaut werden, aber man kennt ja überhaupt gar nichts mehr wieder.“ Auch Monika Hellwege bedauert den Abriss sehr: „Der Bürger hat keine Rechte mehr. Man hätte das Haus doch von innen erneuern können. Jetzt kommen da bestimmt teure Eigentumswohnungen hin, die niemand bezahlen kann.“
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