Müll lockt Krähen im Hamburger Stadtpark

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Besser nichts Essbares liegen lassen, wenn die Krähen in der Nähe sind Foto: wh

Picknickabfälle dienen den Rabenvögeln als Futterersatz. Mehr Arbeit für Aufräum-Teams

Winterhude Rabenvögel sind eine schlaue Tiergattung. Als „Kulturfolger“ verwenden auch die Rabenkrähen im Stadtpark ihre Beobachtungsgabe und ihre Intelligenz auf die Futterbeschaffung. Hundekuchen oder Grill-Abfälle auf der Wiese entdecken sie ebenso wie Essbares in Abfallkörben und Müllcontainern. Sogar Plastikbecher werden von den schwarzen Gesellen inspiziert: zum Leid der Aufräum-Teams, die morgens die verstreuten Abfälle einsammeln. Dass sich hier ein kleiner Krähenschwarm um eine Plastiktüte schart, verdanken sie Parkbesuchern, die ihre Picknicktasche auf einer Decke bereit gelegt hatten, um vor dem Lunch die Aussicht am Stadtparksee zu genießen. Prompt belohnt die Schwarzgefiederten ihre Neugier: Aus der offenen Tasche entwenden sie – gemeinsam pickend und zerrend – eine Plastiktüte und aus der die Brötchen. Mangels Zähnen und Händen hacken sie im Wechsel mit ihren Schnäbeln auf die Brötchen ein. So bekommt jeder Vogel seine Happen ab. Einige Tiere sind dabei erfolgreicher, indem sie ihre Krallen als Hebel nutzen. Krähen sind Allesfresser, auch menschliche Nahrung testen sie gerne und entwickeln individuelle Vorlieben. Schon der Mundraub unter Menschen gilt heute als „geringfügiges Vergehen“, als Straftatbestand wurde er 1975 abgeschafft. Dieser Fall von tierischem „Schnabelraub“ bedeutet indessen nur: Gelegenheit schafft Futter. Denn mit passablem Sommerwetter kommt die Picknick- und Grill-Saison in Gang und hinterlässt jetzt auch unter der Woche unschöne Überreste, so dass selbst die eigens für Grillgut aufgestellten Container überquellen. Da bedarf es keiner Event-Vorschläge mehr auf Facebook für Picknicks im Stadtpark, wenngleich dort Picknickzubehör gleich einen Klick weiter online bestellt werden kann. Die Mahnung aber scheint wohl wenig Beachtung zu finden: den Abfall zu entsorgen und den Stadtpark sauber zu hinterlassen. „Hamburg wird es Euch danken“, steht darunter. Um die Reste kümmern sich eben die Krähen – und das Aufräum-Team des Bezirksamtes. (wh)
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