Nach Missbrauch herrscht Angst

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In den Falkenried-Terrassen herrscht gute Nachbarschaft. Nun geht das Misstrauen um: War einer der Bewohner der Täter? Fotos: Hanke

An den Falkenried-Terrassen sind Eltern und Kindern jetzt besonders wachsam

Hamburg. Anwohner der Falkenried-Terrassen stehen noch immer unter Schock. Am vorletzten Sonntag missbrauchte ein 30 bis 45 Jahre alter Mann zwei sieben und neun Jahre alte Mädchen im Eingang eines Hauses der Falkenried-Terrassen. Er hatte sich als Polizist ausgegeben und die Mädchen, die Klingelstreiche machten, angesprochen, ihnen gedroht, ihre Eltern ins Gefängnis zu bringen, wenn sie ihm nicht Folge leisten würden. Bisher fehlt von dem Mann, der 1,75 bis 1,80 Meter groß sein soll und mit einer dunklen Jacke und dunkler Hose mit hellem Gürtel bekleidet war, jede Spur.

Kinder dürfen nicht mehr raus

Silvia Kraus schickt ihre 12-jährige Tochter jetzt nicht mehr auf den Spielplatz, in dessen Nähe die Tat geschah. „Meine Tochter ist ängstlich geworden und geht abends nicht mehr durch das Viertel“, erzählt Silvia Kraus. Selbst ihr 14-jähriger Sohn ist vorsichtig geworden.
„Kindesmisshandlung, das ist das Schlimmste!“, findet die über 90-jährige Berna Ballin, die derzeit im Falkenried „einhütet“.

„Verbote helfen nicht“

„Wenn so etwas hautnah in der Nähe geschieht, das ist schon schrecklich“, entfährt es der alten Dame. „Mütter lassen Kinder nicht mehr allein spielen“, erzählt ein Anwohner, der seinen Namen nicht nennen möchte. Er hat seine zwei Söhne dazu erzogen „nicht Angst zu haben“. Aber vorsichtig muss man sein. Zu dem Täter sagt er: „Das ist eine Krankheit. Da muss man vorsichtig mit umgehen. Verbote helfen nicht, nur Vertrauen. Das fehlt diesen Menschen.“ Eine weitere Bewohnerin, die nicht namentlich genannt werden wollte, erzählte, dass allgemein bekannt sei, dass ein Pädophiler in den Falkenried-Terrassen wohnt. Wo, das wisse sie aber nicht. (ch)
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