Nerven liegen blank im Stadtpark-Quartier

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Auch Kinder leiden unter dem Lärm, wenn Autos über die Pflastersteine rasen, die Raser eigentlich stoppen sollten Foto: Meier/wb

Pflastersteine im Winterhude Neubauquartier Alter Güterbahnhof stoppen Raser nicht

Von Christian Hanke
Winterhude
Gute Idee, unbrauchbare Ausführung: im Neubauquartier Alter Güterbahnhof verursachen Pflastersteine, die zu schnell fahrende Autos stoppen sollten, nur Lärmbelästigungen für die dortigen Bewohner. „Im jetzigen Zustand stören die Lärmstreifen nur die Anwohner, aber nicht die Raser!“, heißt es auf einem Flugblatt der Bewohner. Seit zwei Jahren werden die Bewohner des Quartiers insbesondere früh morgens und am späten Nachmittag, aber auch oft des nachts von zu schnell fahrenden Autos gequält. Es knallt und donnert. Wenn über die zwei Streifen mit groben Pflastersteinen im Abstand von knapp 100 Metern in der Mitte der Straße Alter Güterbahnhof zu schnell gefahren wird, schrecken die Bewohner zweimal hoch. „Wenn jemand mit 100 Stundenkilometern über diese Pflasterstreifen fährt, knallt es regelrecht. Bei Lkw‘s donnert es richtig“, erzählt Fotograf Jörg Otto Meier, seit zwei Jahren hier wohnhaft.

Anwohner sprechen von Fehlplanung

Laster fahren hier recht häufig, denn überall wird noch oder schon wieder gebaut. Die Straße Alter Güterbahnhof wird auch gern als Abkürzung genützt, um die Saarlandstraße zu meiden. „Man spart eine Ampel“, sagt Jörg Otto Meier. Außerdem nutzen junge Menschen, von denen hier sehr viele wohnen, die Hauptstraße des Quartiers gern mitten in der Nacht als Rennpiste. Aufgehalten werden sie durch das Pflaster nicht. „Fehlplanung“, meint Jörg Otto Meier. Er und ein anderer Anwohner haben kürzlich in der Sitzung des Regionalausschusses Eppendorf / Winterhude einen Vorschlag unterbreitet, wie der Lärmterror schnell zu beheben wäre: „Man braucht die Steine nur durch ebene Steine zu ersetzen. Eine Arbeitstruppe ist in den nächsten Wochen noch vor Ort.“ Doch so schnell geht es nicht. „Es ist keine Finanzierung mehr möglich“, erklärte Egbert Willing, der Leiter des Managements des öffentlichen Raumes Hamburg-Nord. Tom Oelrichs, der stellvertretende Bezirksamtsleiter, sprach von einem Dilemma, da abgewogen werden müsse, ob hier oder in alte Straßen investiert werden solle, die ebenfalls Lärm erzeugen. Stefan Bohlen (CDU) schlug vor, die Fugen zwischen den Steinen zu verfüllen, um sie glatter zu machen. Thomas Domres (SPD) plädierte für den Einbau von Schwellen. Welche Maßnahme auch immer beschlossen werden sollte, die Bewohner benötigen schnelle Hilfe. „Die Nerven liegen blank. Ich habe schon gehört, dass Bewohner die Steine einfach rausreissen wollen“, berichtet Jörg Otto Meier.
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5 Kommentare
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Jörg Otto Meier aus Winterhude | 09.12.2016 | 10:26  
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Michael Kahnt aus Barmbek | 07.03.2017 | 12:44  
7
Jörg Otto Meier aus Winterhude | 01.04.2017 | 16:42  
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Jörg Otto Meier aus Winterhude | 05.04.2017 | 10:46  
6
Anke Leh aus Winterhude | 17.05.2017 | 21:03  
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