Neubau für junge Flüchtlinge in Hamburg

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Ein 2,1-Millionen-Euro-Neubau für minderjährige Flüchlinge Foto: ch

Unterkunft in Groß Borstel kostet 2,1 Millionen Euro. Zahlen stark gestiegen

Hamburg. Groß Borstel hat eine neue soziale Einrichtung. Auf dem Gelände der früheren LAB-Altentagesstätte an der Borsteler Chaussee 266 wurde kürzlich die „Kinder- und Jugendbetreuung Groß Borstel“ in Anwesenheit von SPD-Sozialsenator Detlef Scheele eingeweiht. 19 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge werden hier einziehen. Sie können sich auf rund 13 Quadratmeter große Einzelzimmer und ein größeres von 15 Quadratmeter Größe sowie auf freundlich-farblich gestaltete Gruppen- und Essräume und eine Küche zur Selbstversorgung freuen. Insgesamt stehen 1.026 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung.
Der Neubau kostete 2,1 Millionen Euro. Es ist der bislang einzige Neubau des Landesbetriebes Erziehung und Beratung (LEB) für diesen Zweck. Sozialsenator Detlef Scheele freute sich sichtlich über den Neubau, denn die Anzahl der minderjährigen Flüchtlinge ist in den letzten Jahren und insbesondere seit September vorigen Jahres stark angestiegen. Insgesamt wurden 2013 vom LEB 833 minderjährige Flüchtlinge betreut. 2005 waren es nur 39. 70 bis 80 von ihnen konnten bis zur Eröffnung der Groß Borsteler Einrichtung noch nicht langfristig untergebracht werden. „Hier sind die minderjährigen Flüchtlinge willkommen und können zur Ruhe kommen“, sagte Scheele bei der Eröffnung der Kinder- und Jugendbetreuung Groß Borstel. Der Senator gab auch Einblicke in seine Sicht der Flüchtlingsproblematik. „Wir können jeden gebrauchen, der Lust hat zu arbeiten“, sagte Scheele und forderte, die Diskussion um die Flüchtlingsströme „zu rationalisieren“. Scheele kann sich eine geregelte Zuwanderung ohne Asylantrag „unter würdigen, einfachen Bedingungen“ vorstellen, so lange bestimmte Länderquoten nicht erfüllt sind. Der Senator freute sich auch darüber, dass die Schwierigkeiten bei der Suche nach Unterkünften für minderjährige Flüchtlinge in Hamburg in der zweiten Jahreshälfte 2013 abgenommen hätten. „Wir finden überall Unterstützer“, erzählte Scheele. So auch in Groß Borstel. „Das Interesse an der Einrichtung war im Stadtteil groß. Aber es formierte sich kein Widerstand. Alle zeigten sich offen und wirkten als positive Verstärker. So möchten wir in einer Nachbarschaft ankommen“, freute sich Kay Guivarra, der als Leiter der Jugendhilfeabteilung Nord des LEB der Einrichtung in Groß Borstel vorsteht, und „durchaus andere Reaktionen auf Flüchtlingsunterkünfte gewohnt ist“. (ch)
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