Neubau kommt – aber wo bleibt der Isebek-Park in Hamburg?

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So wird der Rotklinkerneubau an der Hoheluftbrücke aussehenVisualisierung: Bauplan Nord/wb
 
Isebek-Park: Verschleppt das Bezirksamt Eimsbüttel die Umsetzung? Fotos: Haas/Archiv
Hamburg. Die Fronten sind abgesteckt und in die Jahre gekommen. Längst sollte das Streitobjekt, der Grünzug am Isebek zwischen Hoheluftbrücke und Weidenstieg zum „Isebek-Park“ umgewidmet werden, unter Schonung des Ufergebüschs und der Bäume. So war es erstritten worden durch zwei Bürgerbegehren betitelt mit „Hände weg vom Isebek“, rechtskräftig durch einen erfolgreichen Bürgerentscheid der Isebek-Initiative von 2010. Der konnte zwar den Bau eines Hoheluft-Kontors anstelle des maroden Imbiss-Flachbaus am U-Bahnhof stoppen, nicht aber das siebengeschossige Wohngebäude, das noch in diesem Jahr fertiggestellt wird.

Erneute Bürgerbeteiligung

Seit dem Herbst 2011 bestehe jedoch ein „Einvernehmen“ von der Behörde für Umwelt und Stadtentwicklung (BSU) und der Bezirksverwaltung Eimsbüttel über eine „Grünwidmung“ der umstrittenen Flächen am Isebek. „Der Böschungsbereich entlang des Kaiser-Friedrich-Ufers befindet sich im Grundvermögen der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation“, erklärt Bezirkssprecherin Aileen Röpcke die Verzögerungen. Die Übertragung der Grünanlagen in das Grundvermögen der BSU und schließlich der Bezirksverwaltung sei „bislang noch nicht erfolgt“. Jahrelange „Parking Position“ also wegen Amtsschimmels? Im vergangenen August kamen Signale vom Bezirksamt zu einer erneuten Bürgerbeteiligung: mit der Einladung zu einem Rundgang am Isebek-Ufer. Zwei Termine im Oktober und im Dezember zu einem „Runden Tisch“ folgten. Interessenkonflikte sollten hier „ergebnisoffen“ angegangen und mit transparenten Entscheidungen beigelegt werden. Mit einem vom Bezirk beauftragten Moderator wurde über eine Geschäftsordnung und die Besetzung der Mitglieder entschieden. Beim dritten Termin am kommenden Mittwoch, 26. Februar, soll sich dieser Runde Tisch nun Sachthemen widmen. (Details auf: www.isebek-grünzug.info). Dagegen meldeten kürzlich die Vertreter der Isebek-Initiative Protest an. Zusammen mit Vertretern von zwei Naturschutzverbänden kündigten sie ihre Mitarbeit auf: der Runde Tisch sei „demokratisch nicht legitimiert“. Seit über vier Jahren verschleppe das Bezirksamt Eimsbüttel die Umsetzung zum Isebek-Park, so der Vorwurf. Wieder einmal sei jetzt die Rede davon, die Naturoase „unterschiedlichen Nutzungsinteressen“ verfügbar zu machen.

Treffen am 26. Februar

Die Isebek-Initiative bleibt dagegen eisern: „Der Park soll naturnah gestaltet, seine ökologisch wertvollen Ufergehölze sollen unter besonderen Schutz gestellt werden. Strukturverändernde Abholzungen, Bebauung, Versiegelung und andere beeinträchtigende Nutzungen sollen unterbleiben.“
Wie es weitergeht? Der Runde Tisch tagt zum dritten Mal: Mittwoch, 26. Februar, 18 Uhr, Doormannsweg 12. (wh)

Info: isebek-initiative.de

Das Flensburger Unternehmen Bauplan Nord GmbH & Co. KG baut zwischen Isebekkanal und U-Bahn-Haltestelle einen siebengeschossigen Rotklinkerneubau für 21,5 Millionen Euro: 23 Meter hoch mit 71 barrierefreien Wohneinheiten, viele davon familiengerecht und 30 als Studentenwohnungen in Ein- bis Zwei-Zimmer-Apartments. Zusätzlich werden im Erdgeschoss Gewerbeflächen für einen Lebensmittel-Einzelhändler sowie einen Drogeriemarkt bereitgestellt. Im Sommer soll alles fertig sein. (wb)
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