Neue Details zum Pergolenviertel in Hamburg

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Grün soll es sein, das Pergolenviertel, in dem insgesamt 1.350 Wohnungen gebaut werdenVisualisierung: BA/wb

1.350 Wohnungen werden dort gebaut. Ende 2014 wird Kleingärtnern gekündigt

Hamburg. Jetzt steht es fest: Ab 2016 sollen zwischen der Hebebrandstraße und Alte Wöhr 1.350 neue Wohnungen entstehen, 60 Prozent davon öffentlich gefördert. 180 Kleingärten müssen dafür weichen (das Wochenblatt berichtete).
Seit 2011 laufen nun die Planungen für eines der größten Wohnungsbauprojekte im Bezirk Nord. 60 Prozent der geplanten Wohnungen auf der 39 Hektar großen Fläche zwischen Barmbek Nord und City Nord sollen öffentlich gefördert werden, auch die SAGA plant den Bau von 300 Wohnungen. Jetzt tagte der Planungsbeirat zum neunten Mal. Ein Schwerpunkt der Sitzung war die Vorstellung besonderer Wohnformen, die in dem neuen Quartier geplant sind. Nach Abstimmung mit der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) sollen hier im Sinne der Inklusion neben Wohnungen für Inhaber von Dringlichkeitsscheinen auch Wohn-Pflegegemeinschaften, Wohnungen für psychisch Erkrankte, Wohngruppen für Menschen mit geistiger Behinderung, Service-Wohnungen und barrierefreie Wohnungen für Rollstuhlfahrer entstehen. Diese Wohneinheiten sollen rund zehn Prozent des Wohnraums ausmachen und werden innerhalb der 60-Prozent-Quote für geförderten Wohnraum realisiert.
Auch die barrierefreie Wegverbindung zur S-Bahnbrücke Rübenkamp konnte mittlerweile geklärt werden. Maike Schwarz-Müller vom Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirks-
amt Nord betonte, dass bei der Verteilung der Wohneinheiten auf eine Mischung geachtet würde und Eigentumswohnungen keinen bevorzugten Standort bekämen.
Die Grundstücke, auf denen auch Baugemeinschaften und zwei Kitas planen, sollen Anfang 2015 vergeben werden, der Bau ist für 2016 geplant. Im Juli wird der Bebauungsplan für sechs Wochen öffentlich ausgelegt.

Kleingärtner: „Nicht auf Augenhöhe diskutiert“

Den Inhabern der 330 Kleingärten, die sich noch auf dem Gelände befinden, wird voraussichtlich Ende des Jahres die Kündigung in die Parzelle flattern. Zwar sollen auf dem Gelände 150 neue Kleingärten entstehen, zunächst sollen aber alle schwinden. Das kritisiert die Initiative „Eden für Jeden“ nach wie vor: „Auf einer sechs Hektar großen Fläche sollen Kleingärten platt gemacht werden, wo wieder Kleingärten entstehen sollen. Das kostet viel zu viel Geld“, so Friedhelm Stepat von der Initiative. Auch wenn diese sich nicht grundsätzlich gegen den Wohnungsbau wendet, übt sie scharfe Kritik am Verfahren: „Wir haben konstruktiv mitgearbeitet „und Vorschläge gemacht, aber der Bezirk war kompromisslos. Im Planungsbeirat haben wir keine Stimme, da wird nicht auf Augenhöhe verhandelt“, so Stepat weiter.

Klage von „Eden für Jeden“ beim Verwaltungsgericht

Auch ginge es ihm und seinen Mitstreitern nicht nur um Eigeninteressen, denn „die Verdichtung auf Teufel komm raus“ vernichte die „grünen Lungen“ der Stadt und wirke sich negativ auf das Stadtklima aus. Im Februar 2013 reichte die Initiative deshalb ein Bürgerbegehren zum Stopp des Projekts beim Bezirk Hamburg-Nord ein. Dies wurde wenig später als nicht zulässig erklärt, auch die mehr als 10.000 gesammelten Unterschriften wurden vom Bezirk nicht anerkannt, da der Senat das Bebauungsplanverfahren an sich gezogen hatte. „Eden für Jeden“ klagte gegen die Unzulässigkeitserklärung vor dem Verwaltungsgericht, das Verfahren läuft derzeit noch. (flue)

Info
Bei der Planung ist zum Teil „autoarmes“ Wohnen vorgesehen. Inwieweit diese Überlegungen in konkrete Vorgaben bezüglich der Schaffung einer bestimmten Anzahl Kfz-Stellplätze münden werden, sei noch nicht abzusehen, sagt Bezirks-
amtsleiter Harald Rösler. „Zur Frage der Behandlung von Stellplatzschlüsseln im Pergolenviertel laufen Gespräche zwischen der Stadt und der Wohnungswirtschaft“, so Rösler. (wb)
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