Neue Umsteige-Station in Hamburg

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Das neue Mobilitätsangebot an der Haltestelle Saarlandstraße wird ähnlich umfangreich wie am Berliner Tor Visualisierung: Hochbahn/wb
 
Hier gibt‘ s keinen Kaffee und keine Zeitung mehr: Die ehemalige Ladenzeile (links) wird nach Ostern abgerissen Foto: Bobrich

Am U-Bahnhof Saarlandstraße wird die Ladenzeile abgerissen – für den „Switchh-Punkt“

Von Melanie Bobrich
Hamburg. Auf die neue Linie U5 müssen die Hamburger noch warten (siehe
Seite 9) - in Winterhude/Barmbek können sich Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs aber immerhin auf eine neue Umsteigemöglichkeit freuen: An der Haltestelle Saarlandstraße soll ein neuer sogenannter Switchh-Punkt entstehen.
An diesem „Mobilitätsangebot“ der Hamburger Hochbahn AG sollen Parkplätze für umweltfreundliche Mietwagen, zusätzliche Stellplätze für Fahrräder und Taxen sowie eine Ausleihmöglichkeit für Stadträder geschaffen werden. Für den Bau muss die marode Ladenzeile weichen: Die Hochbahn will die leer stehenden Geschäfte nach Ostern abreißen. Diese befänden sich in einem „sehr schlechten baulichen Zustand“, so das Unternehmen. Nach vorbereitenden Arbeiten sollen im Spätsommer dann die Bauarbeiten für den Switchh-Punkt beginnen.

„Früher konnte man hier wenigstens noch einen Kaffee mitnehmen und eine Zeitung kaufen.“ Manuela K.

Schon seit Monaten bildet die marode Ladenzeile ein Ärgernis für Passanten und U-Bahnnutzer: Nicht nur der triste Anblick sorgt für Unmut, auch das mangelnde „Nahversorgungsangebot“ wird beklagt. „Früher konnte man hier wenigstens noch einen Kaffee mitnehmen und eine Zeitung kaufen“, sagt Manuela K., die fast täglich die Haltestelle Saarlandstraße nutzt.
Auf der frei werdenden Fläche soll nun der vierte switchh-Standort entstehen. Nach dem ersten und zurzeit größten Mobilitätsangebot, das im Mai 2013 am Berliner Tor startete, wurden im Dezember vergangenen Jahres bereits zusätzliche Standorte in Bergedorf und Harburg eröffnet. An den Stationen können Kunden mit der kostenpflichtigen switchh-Card die Anlagen nutzen. Das vorerst auf zwei Jahre angelegte Pilotprojekt, das von der Hochbahn zusammen mit den Mietwagenfirmen car2go Europe und Europcar sowie dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV) aus der Taufe gehoben wurde, soll den Hochbahnkunden durch den einfachen Verkehrsmittelwechsel den Verzicht auf ein eigenes Auto erleichtern.
Bis Ende des Jahres hatten sich laut Hochbahn rund 1.500 Nutzer online für das Angebot
registriert. In diesem Jahr sollen noch weitere switchh-Stationen (abgeleitet vom englischen Verb „to switch“, also umschalten, wechseln) an den U-Bahn-Haltestellen Kellinghusenstraße, Wandsbek Markt sowie am Bahnhof Altona eröffnet werden.

Verpflegung gibt‘s bald gegenüber

Auf ihren Kaffee zum Mitnehmen an der Saarlandstraße wird Manuela K. allerdings wohl auch weiterhin verzichten müssen: Laut Hochbahn sei dort vorerst kein neuer Kiosk geplant. Eine mögliche Alternative: Direkt gegenüber - auf dem ehemaligen Wesemeyer-Gelände – wird ab Ende 2014 ein großer Lebensmittel-Markt eröffnen.
Das Gebäude von Wesemeyer am Wiesendamm 32 wurde abgerissen, der Haustechnik- und Sanitärfachhändler ist schon im Februar an den Alten Teichweg 37 in Dulsberg gezogen. Wie wird das rund 4.600 Quadratmeter große Gelände, das nur wenige Meter vom Stadtpark entfernt von der Saarlandstraße, dem Wiesendamm und dem Barmbeker Stichkanal eingefasst ist, in Zukunft genutzt werden? Wohnungen entstehen auf dem Filetgrundstück wider Erwarten nicht: Der Grundstückseigentümer, die Hamburger Adolf Weber Gruppe, setzt wieder auf Gewerbe und baut hier einen Lebensmittelmarkt für Edeka Nord - mit einer Verkaufsfläche von mehr als 2.000 Quadratmetern. Bisher gibt es nur in der Langen Reihe in St. Georg einen vergleichbar großen neuen Edeka-Markt. Der Entwurf von Schild Architekten - ebenfalls aus Hamburg – weiß durchaus zu beeindrucken. Mit seiner für die Region typischen Klinkerfassade, einer breiten Glasfront und einer Gebäudehöhe von acht Metern soll das Gebäude zum neuen Blickfang in dieser exponierten Lage werden, wirbt denn auch Manja Luckmann von der Adolf Weber Gruppe für dieses Projekt. Etwa 50 offene Parkplätze sollen angegliedert werden. Die Eröffnung ist noch für Ende 2014 geplant. (ba)
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