Neuer Feind für Hamburgs Bäume

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Die Rosskastanie an der Borsteler Chaussee ist schon Ende August im Herbst-Modus Foto: Haas

Nach den Minier-Motten greift nun ein Bakterium Rosskastanien an. Behörde setzt Pflanzungen aus

Von Waltraut Haas
Eppendorf/Winterhude
Ein Bakterium bedroht Hamburgs Rosskastanien. „Pseudomonas syringae pv. Aesculi“ ist seit Jahren auf dem Vormarsch. Auch in Hamburg werde es zunehmend zum Thema, sagt Egbert Willing, der das bezirkliche Fachamt Management des öffentlichen Raums leitet. „Unsere Baumkontrolleure haben bereits einen Befall an einzelnen Kastanien festgestellt: Ihre Rinde weist Schadstellen auf oder löst sich ab.“ Wie der Schädling vorgeht, weiß Prof. Dr. Elisabeth Magel von der Uni Hamburg: „Wir befassen uns erst seit drei Jahren verstärkt mit dem Phänomen“, sagt die Holzbiologin. Die Pseudomonas-Bakterien seien „Primärschädlinge“, sie würden sowohl weiß- als auch rotblühende Kastanien befallen. Sie dienen als Eintrittspforten für Pilzarten, durch deren Geflecht die Bäume allmählich absterben können. „Wir geben jedoch derzeit keine Generalprognose zu einem Kastanien-Sterben ab.“ so Prof. Magel. Es sei gut möglich, dass einzelne Bäume Resistenzen entwickeln können. Trotz der Zurückhaltung der Experten reagiert die Behörde aber schon jetzt. Solange wissenschaftliche Analysen noch keine Entwarnung geben, würden derzeit bei Ersatzpflanzungen in Hamburg generell keine Rosskastanien mehr gesetzt.Auch ein bekannter Schädling setzt der Rosskastanie weiter zu. Die Larven der Miniermotte führen zum langsamen Welken der Blätter schon im Sommer. Experten fürchten durch den frühen Verlust eine Schwächung der Bäume. (wh)
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