Neues Clubhaus für Hamburgs Ruderer

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Strahlend weiß: Das neue Clubhaus des „Hamburger und Germania Ruderclub“ Foto: Hanke
 
Alles neu, aber in alter Form: Ulf Zindler auf der Terrasse des neuen Clubhauses Foto: Hanke

„Hamburger und Germania Ruderclub“ investiert vier Millionen Euro für Neubau

Von Christian Hanke
Rotherbaum
Ganz neu und doch vertraut: so wirkt das neue Clubhaus des „Hamburger und Germania Ruderclub“ am Alsterufer, das kürzlich unter Anwesenheit des ersten Bürgermeisters Olaf Scholz eingeweiht wurde. Es riecht nach frischer Farbe in einem Haus, das exakt Form und Stil des Vorgängers hat. Konzept gelungen: „Wir haben versucht, so viel wie möglich von dem alten Haus einzufangen und die Vorteile des Neubaus zu nutzen“, fasst Vorstandsmitglied Ulf Zindler zusammen. Nur die Farbe musste nach Vorgabe der Stadt verändert werden. Das neue Clubhaus erstrahlt in lupenreinem Weiß. Der Vorgänger war Gelb gestrichen. In unmittelbarer Alsternähe ist nach dem Willen der Stadt jedoch nur noch Weiß gestattet.

Beton- statt Holzpfähle


Das 108 Jahre alte Clubhaus des ältesten deutschen Rudervereins – und zweitältesten der Welt – musste abgerissen werden, da die Holzpfähle, auf denen es im Alsterwasser stand, so morsch geworden waren, dass sie nicht mehr erneuert werden konnten. „Das war ein Schock für uns“, erzählt Ulf Zindler. Ab 2011 wurde ein neues Clubhaus auf Betonpfählen geplant. Vier Millionen Euro hat es gekostet. Nur dank einer Bürgschaft der Stadt konnte das Bauvorhaben realisiert werden. „Dadurch ist eine längerfristige Finanzierung gedeckt“, erläutert Ulf Zindler. Mitglieder spendeten 1,2 Millionen Euro. Da der Neubau weitgehend von Mitgliedern konzipiert werden konnte, hielten sich die Kosten noch in Grenzen. „Viele Mitglieder haben sich sehr engagiert“, berichtet Zindler.
Noch ist nicht alles fertig eingeräumt, insbesondere die Bootslager im Erdgeschoss. Auch der Bootssteg ist noch nicht fertiggestellt. Eine Kunststoffschicht fehlt, deren Auftragung das Regenwetter der letzten Wochen verhinderte. Mitte August soll aber alles fertig sein. Noch müssen die Ruderer des 1836 gegründeten Clubs bei anderen Vereinen an der Alster an- und ablegen, die dem Hamburger und Germania Ruderclub während der Bauzeit großzügig „Asyl“ gewährt haben. „Das ist eine Kooperation, die seinesgleichen sucht“, schwärmt Ulf Zindler. Richtig was her machen bereits die repräsentativen Räume im ersten Stock mit einmaligem Blick auf die Außenalster. Neben der Clubbar für die Mitglieder des Rudervereins erstrecken sich Räume, die an einen Veranstalter vermietet worden sind. Sie können für Ereignisse vielerlei Art gebucht werden. Neu sind eine Brücke, die vom Alsterufer direkt in die vermieteten Räume im ersten Stock führt, und eine viel größere Terrasse für die Clubmitglieder an der Nordseite des Gebäudes. Neu gestaltet, lichtdurchflutet mit vielen Fenstern, wurden auch der Trainings-Kraftraum neben dem Bootslager und die Werkstätten. „Viele Pläne, die wir schon vor dem Abriss des alten Clubhauses hatten, haben wir mit dem Neubau verwirklicht“, erzählt Ulf Zindler.

Erstmals Frauen dabei


Und noch etwas ist neu: die Umkleideräume mussten geteilt werden, denn zum ersten Mal rudern nun rund 30 Frauen auch in Hamburgs ältestem Ruderclub. Das hatte die Stadt zur Bedingung für die Gewährung einer Bürgschaft gemacht. „Die Meinung im Club war geteilt. Etwa die Hälfte war für die Aufnahme von Frauen, die andere Hälfte dagegen“, berichtet Ulf Zindler. Das neue Clubhaus spielte nun Zünglein an der Waage. Rund 800 Mitglieder hat „Der Hamburger und Germania Ruderclub“. Breiten- und Leistungssport spielen gleichermaßen eine wichtige Rolle. Man kooperiert mit Schulen, zum Beispiel mit dem Wilhelm-Gymnasium, und engagiert sich in Sachen Inklusion. Der Tradtionsclub betreibt die einzige Rudergruppe in Hamburg für Gehörlose.
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