Öko-Streit um Bushof

Anzeige
Vier Fledermaus- und etwa 30 Vogelarten leben in dem Wald am Gleisdreieck, darunter besonders schützenswerte Vögel wie Habicht, Kernbeißer und Sumpfmeise Grafik: Kühn
 
So stellt sich die Hochbahn AG ihren neuen Busbetriebsbahnhof vor Visualisierung: Hochbahn AG

Anwohner und NABU in Sorge um Wald. Hochbahn argumentiert: Busse schützen Umwelt

Alsterdorf In den Stadtteilen Alsterdorf, City Nord und Ohlsdorf regt sich Widerstand gegen den geplanten Bau des Busbetriebshofes am Gleisdreieck nördlich der City Nord und südöstlich des Hamburger Flughafens. Schon 200 Hamburger unterschrieben eine von Anwohnern initiierte Petition gegen das 70 Millionen teure Großprojekt der Hochbahn. Sie wollen vor allem, dass die Waldfläche nicht gerodet wird. Außerdem befürchten sie Lärmbelästigung. Der Busbetriebshof soll im sogenannten „Gleisdreieck“ zwischen Hebebrandstraße, Tessenowweg, Langenbeckshöh und Feuerbergstraße angesiedelt werden. Baubeginn ist laut Hochbahn im kommenden Jahr. Anfang 2019 sollen rund 320 Busse auf dem Busbetriebshof Gleisdreieck abgestellt, gewartet, gewaschen und auf ihren täglichen Einsatz vorbereitet werden.
Kritik zu dem Vorhaben gab es wie berichtet bereits vom Naturschutzbund (NABU). Wie der stellvertretende Geschäftsführer Bernd Quellmalz bestätigt, ist der NABU mittlerweile an der Planung zum B-Plan Alsterdorf 22 / Winterhude 22 offiziell beteiligt worden. Quellmalz sagt: „Wir begrüßen den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs aufgrund steigender Fahrgastzahlen und auch die Förderung alternativer Antriebstechniken für Busse in Hamburg. Aber wir lehnen es aus Natur- und Landschaftsschutzgründen ab, dass für den geplanten Bau eines neuen Bus-Betriebshofs ein ökologisch hochwertiges großflächiges Waldgebiet zerstört werden soll.“ Auf dem 9,5 Hektar großen Areal lebten zudem viele geschützte Vogel- und Fledermausarten. Mitte Juni habe der NABU dazu Stellung genommen, so Quellmalz. Ob die Einwände berücksichtigt wurden oder werden, weiß er noch nicht.

Info-Abend am 30. September


Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum verteidigt dagegen das Projekt: Gerade der Bau eines Busbahnhofs sei doch aus ökologischen Gründen für die Nutzung einer Brachfläche ideal. Kreienbaum nennt den „wachsenden ÖPNV einen der wirksamsten Umweltschützer.“ Um einen attraktiven Nahverkehr zu schaffen, der Leute zum Umsteigen vom Auto auf den Bus bewege, sei eine „verkehrszentrale Lage entscheidend“. Außerdem sei man ja in Hamburg auf dem Wege zu einem emissionsfreien Busverkehr. Was die Auswirkung des Busbetriebshofs auf die unmittelbare Umwelt betreffe, gebe es ganz klare gesetzliche Vorgaben, die die Hochbahn einhalten werde, versichert Kreienbaum. Ausgleichsflächen gebe es neben Aufforstungsflächen bei Bad Segeberg, in Langenhorn und Kirchwerder sowie durch Grüngürtel um den Betriebshof und durch die Fassaden- und Dachbegrünung.
Der Bebauungsplan-Entwurf liegt jetzt für einen Monat im Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirksamt Hamburg-Nord öffentlich aus. Es gibt dann noch die Möglichkeit Stellung zu dem Plan zu nehmen und Einwände vorzubringen. Die von Anwohnern initiierte Online-Petition findet sich auf Facebook. Unterschriftenlisten liegen bei Penny in der Fuhlsbüttler Straße 599. (ba)

Am Mittwoch, 30. September, von 18 bis 20 Uhr findet ein Info-Abend von Hochbahn AG und Bezirksamt im Pavillon der Schule am Ballerstaedtweg, Rübenkamp 300 statt. Weitere Infos zur Anwohner-Initiative auf Facebook
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige