Olaf Krämer will Brücken schlagen

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Der neue Pastor von St. Anschar, Olaf Krämer, begeistert sich für die Seelsorge Foto: Hanke

Für den neuen Geistliche ist die Pastorenstelle in der St. Anscharkirchengemeinde ein Traumjob

Eppendorf Seit einer Woche erst ist Olaf Krämer der neue Pastor der St. Anschar Kirchengemeinde. Dennoch scheint er kaum Zeit zu brauchen, um sich erst einmal einzuarbeiten oder einzuleben. Im Gegenteil. Olaf Krämer ist richtig glücklich. Sagt, er „darf“ als neuer Geistlicher an St. Anschar arbeiten. Ein Geschenk offenbar für alle Beteiligten. Für den gebürtigen Hamburger ein Traumjob, obwohl die Anschargemeinde so klein ist, dass ihr eine volle Pastorenstelle gar nicht mehr zusteht – und ihre Existenz in den letzten Jahren gefährdet war. Nur dank des Einsatzes von Horst-Dieter Schultz, Pastor im Ruhestand, der drei Jahre lang auf ehrenamtlicher Basis an St. Anschar tätig war, konnte die Arbeit in der kleinen Gemeinde aufrecht gehalten werden.

Vielseitige Aufgabenfelder


Nach langen Diskussionen zwischen St. Anschar und dem Kirchenkreis Hamburg-Ost einigte man sich auf die Anstellung eines neuen Geistlichen, der eine halbe Stelle für die Gemeinde erhält und jeweils zu einem Viertel in den Pflegeheimen der Stiftung Anscharhöhe arbeitet, auf deren Gelände sich Kirche und Gemeindehaus St. Anschar befinden, und für die Arbeitsstelle „Leben im Alter“ des Kirchenkreises Hamburg-Ost. Für Olaf Krämer „eine tolle Kombination“. Der 53-jährige Theologe, der unter drei Kandidaten zum neuen Anschar-Pastor gewählt wurde, begeistert sich für die Seelsorge, insbesondere für die seelsorgerische Betreuung von älteren Menschen. „Ich habe eine große Vorliebe für die Alten, auch für Abgeschobene. Das beschäftigt mich. Mich reizt die Pflege der Menschlichkeit auf der Anscharhöhe“, erzählt Olaf Krämer, der bereits seine Dissertation über die Seelsorge im Pflegeheim schrieb. Aufgewachsen in einem gemischtgläubigen Elternhaus, die Mutter war Protestantin, der Vater Katholik, hatte Krämer schon als Konfirmand den Wunsch, Pastor zu werden. Seine ersten beruflichen Stationen waren immer mit Seelsorgediensten in Alten- und Pflegeheimen verbunden. Zwölf Jahre war Krämer Pastor für den Ohlsdorfer Friedhof. Anschließend lernte er zweieinhalb Jahre lang in Sabbatzeitvertretungen viele Hamburger Kirchengemeinden kennen. Dann sprang ihm die Ausschreibung für St. Anschar „unwiderstehlich ins Auge“.

Gewachsenes mit Moderne verbinden


Nicht nur wegen seiner neuen Seelsorgeaufgaben gefällt Krämer seine neue Aufgabe schon nach einer Woche richtig gut. „Ich kann hier vielem viel abgewinnen“, lautet sein erstes Fazit. Die liberale jüdische Gemeinde zum Beispiel, die seit kurzem regelmäßig bei St. Anschar zu Gast ist, die griechische Tanzgruppe, die Malgruppe, die Suchthilfegruppe und all die anderen Kreise und Gruppen. „Gewachsenes“ will Krämer mit „Willkommensein“ verbinden und damit eine Brücke schlagen vom Früher zum Heute. Sein Vorgänger Horst-Dieter Schultz hat viel in Richtung Willkommensein bei St. Anschar verändert. Olaf Krämer will es fortsetzen ohne die Tradition zu vergessen. Der neue Pastor bezeichnet sich als fröhlich, kontaktfreudig und extrovertiert. Eigenschaften, die St. Anschar gut gebrauchen kann. Und er freut sich über seine Umgebung. „Ist das nicht wunderbar? Das ist etwas Besonderes“, sagt Olaf Krämer während er versonnen den Blick über die Anscharhöhe schweifen lässt. (ch)
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