Op platt um die Wette snacken

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Die Sieger: Fiene Meier und Günter Bernhard mit Gerd Spiekermann (Mitte) Foto: Haas

Förderkreis Seniorenzentrum St. Markus veranstaltet Plattdeutsch-Wettbewerb

Hoheluft „Alt und Jung snackt platt“: so heißt der Plattdeutsch-Wettbewerb, zu dem der Förderkreis Seniorenzentrum St. Markus anlässlich seines 20-jährigen Bestehens eingeladen hatte. 15 Kandidaten waren angetreten und hatten eigene oder fremde Texte in Prosa oder Gedichtform im voll besetzten Festsaal des Seniorenzentrums vorgetragen. Das Resultat: „Alle haben gewonnen“, sagte Gerd Spiekermann. Der Plattdeutsch-Autor und –Experte hatte die Schirmherrschaft für den Wettbewerb übernommen. Spiekermann war zugleich Mitglied der vierköpfigen Jury, zusammen mit Alfons Goritzka, Vorsitzender des Förderkreises, Wolfgang Janzen, Leiter des Seniorenzentrums St. Markus und Ursula Berlick, ehrenamtliche Plattdeutschlehrerin, die auch für Mitarbeiter des Hauses einen Plattdeutschkursus anbietet. Die Jury bewertete sämtliche Vorträge eingehend, während Kurt Stallmann das Publikum mit plattdeutschen Liedern zur Gitarre unterhielt. Originalität, Auftreten, Gestik oder Publikumsresonanz waren Gesichtspunkte ihrer Bewertung – nebst der Beurteilung der plattdeutschen Aussprache. Eindeutigen „Heimvorteil“ hatten zwar „Muttersprachler“, die Platt noch Zuhause lernten. So etwa Fiene Meier, 17, die gutes Finkenwerder Platt beherrsche, so die Jury. Die Schülerin erhielt unter den Junioren den ersten Preis für einen eigenen Text, den sie glänzend vorgetragen hatte. Mit der Mudder und den Älteren könne sie schnacken, ebenso auf dem Wochenmarkt. Doch Günter Bernhard, 92, wurde unter den Senioren Sieger, obwohl der Hamburger sich Plattdeutsch erst später angeeignet hatte: in vielen Gesprächen übte er mit Einheimischen, als er 20 Jahren auf Eiderstedt lebte. Inzwischen verfasst Bernhard auch regelmäßig Geschichten auf Hamburger Platt für den NDR-Wettbewerb „Vertell doch mal“.Großer Beifall war sämtlichen Gewinnern sicher, insbesondere den beiden Siegern. „Wir machen uns keine Illusionen“, erklärte Gerd Spiekermann nachdenklich. „Alle unsere Anstrengungen kommen etwas spät.“ Denn Platt werde in den Familien nur noch wenig gelebt: eine wichtige Voraussetzung jedoch dafür, dass Plattdeutsch eine lebendige Sprache bleibe. „Dat het uns ganz viel Spaß mokt, dat Jung und Alt tosamen mitmokt, dat het ik nich beleevt“, freute sich indessen Alfons Goritzka zum Ende des 20. Jubiläumsfestes und erntete großen Applaus. (wh)
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