Planungen besiegelt

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Architekt Klinger stellte denBewohnern des Heimann-Stifts kürzlich die Neubauten am Grandweg vor Foto: Hanke
 
Diese weitläufige Idylle wird es nach der geplanten Bebauung nicht mehr geben Foto: Archiv/wb

Verträge fertig: Seniorenstifte weichen Neubau und sanierten Wohnungen

Hoheluft Nun ist alles unter Dach und Fach. Die Martin und Clara Heimann Stiftung und die Senator Erich Soltow Stiftung werden ihre Gebäude an Martini-, Löwen- und Breitenfelder Straße aufgeben und im Grandweg in Lokstedt ingesamt 106 neue von der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) geförderte Stiftswohnungen bauen. Die derzeitigen Stiftsgebäude werden saniert und bleiben ab Übergabe an neue Eigentümer für 15 Jahre in einer Mietpreisbindung. Ein umfangreiches Vertragswerk zwischen den Stiftungen, der Stadt Hamburg, die Eigentümer der Grundstücke ist, und den Investoren Euroland und Hanseatische Baukonzept, die die Grundstücke erwerben werden, besiegelte kürzlich die seit zwei Jahren bestehenden Planungen (das Wochenblatt berichtete). Mieterinnen und Mietern der Stiftsgebäude wurde dieser Vertragsabschluss auf zwei Veranstaltungen mitgeteilt.

Umzug zum Grandweg


Unter den Bewohnern des Heimann-Stiftes herrscht unverändert Unsicherheit über ihre Zukunft. Die meisten wollen in der gewohnten Umgebung bleiben, auch wenn die neuen Stiftsgebäude am Grandweg sehr viel mehr Service und Barrierefreiheit bieten. Nur der geplante Neubau von drei „Punkthäusern“ in dem großen Garten zwischen den drei Stiftsgebäuden lässt die eine oder den andern darüber nachdenken, nach Lokstedt umzuziehen, denn die künftige Aussicht auf sechsstöckige Gebäude statt auf eine grüne Idylle trübt das Bleiben in den alten Wohnungen. Mehr als ein fehlender Fahrstuhl. Wie Ilonka Winkler, die erst vor einem halben Jahr in das Heimann-Stift an der Martinistraße gezogen ist. Unter falschen Voraussetzungen, wie sie nun ernüchtert feststellen musste. Denn, so Ilonka Winkler: „Das Schönste an der Wohnung ist der wunderschöne Garten.“ Nun überlegt sie, das Angebot der Stiftung, in den geplanten Neubau im Grandweg umzuziehen anzunehmen, obwohl ihr ein weiterer Umzug bevorsteht.
Marianne Us wird dagegen bleiben. „Das Umfeld am Grandweg ist problematisch“, findet die Mieterin aus dem Haus an der Löwenstraße. Bushaltestelle und Geschäfte sind dort nicht um die Ecke wie in Hoheluft. Trotz besten Komforts für ältere Menschen schreckt viele Bewohner des Heimann-Stifts die fehlende Infrastruktur rund um die geplanten Neubauten am Grandweg.
Immerhin: auf etwa zwei bis drei Jahre in alter Umgebung können sich die Stiftsbewohnerinnen und -Bewohner noch freuen. Vorher werden die neuen Gebäude am Grandweg nicht fertiggestellt sein. Noch ist kein Bauantrag gestellt worden. Mit einer Baugenehmigung rechnen die Investoren nicht vor Ende des Jahres. Die Sanierung (Heimann-Stift) beziehungsweise der Abriss der alten Stiftsgebäude (Senator-Erich-Soltow-Stift) und die Bebauung des Gartens könnten aber früher passieren. Saniert wird Wohnung für Wohnung, so Sebastian Kühl, der Vorstandsvorsitzende der Heimann-Stiftung.

M

ieterverein: Könnte Turbulenzen geben


Schon 2016 könnte der große Garten bebaut werden. „Das Herz der Gebäude wird weggeschnitten“, kommentiert Bewohnerin Ines de Llosent die Bebauung des Gartens. Rolf Bosse vom Mieterverein zu Hamburg sieht Mietminderungen und die Unzulässigkeit von Kündigungen auf die Stiftungen zukommen: Mietminderungsansprüche an die Heimann-Stiftung wegen Lärm und Schmutz während der Wohungssanierungen und die Verweigerung der Kündigungen an die Bewohner des Soltow-Stiftes, das abgerissen werden soll. „Die Kündigungen erfolgen aus spekulativen Gründen. Das Grundstück soll lukrativer genutzt werden. Das ist nicht rechtens“, erläutert Rolf Bosse. Die Veränderungen der alten Stiftsgebäude könnten also durchaus noch von Turbulenzen begleitet werden. (ch)
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