Platz für Hunde und Werfer in Hamburg

Anzeige
Disc Golfer wie Florian Bismark und Alexander Eichhorst und die Hundebesitzer Manfred Krooß und Thomas Dürmeyer mit ihren Lieblingen vereint auf dem GruppenfotoFoto: Hanke

Nach Konflikten: Disc-Golfer und Hundebesitzer trafen sich zum Gespräch

Von Christian Hanke
Hamburg. Sind Sport und Hunde miteinander verträglich auf derselben Fläche? Diese Frage bewegt seit einigen Monaten Nutzer der Parkanlagen der City Nord, seitdem ein Disc Golf-Parcours in der Grünanlage der City Nord im vergangenen Jahr fest installiert wurde. Hundebesitzer, die hier regelmäßig Gassi gehen, empfanden die Verankerung der 14 Körbe für die Disc Golfer, die ihrem Sport vorher mit mobilen Körben nachgingen, als Einengung ihrer Möglichkeiten, ja fürchteten durch die Frisbeescheiben der Disc Golfer verletzt zu werden. Sogar das Bezirksamt Hamburg-Nord schalteten einige erboste Hundefreunde ein. Auf Initiative des Wochenblattes (das berichtet hatte) trafen sich jetzt Hundebesitzer und Disc Golfer kürzlich vor Ort im City-Nord-Park sozusagen zum (freundlichen) Beschnuppern...
„Muss denn jede Fläche für Sport zugelassen werden? Disc Golf braucht sehr viel Platz. Flächen für diese Sportler sollten außerhalb der Stadt in wenig genutzten Grünanlagen angelegt werden“, findet Thomas Dürmeyer, der regelmäßig mit seinen Hunden im Grün zwischen den Bürogebäuden der City Nord unterwegs ist. „Die sind aber sehr vorsichtig. Gegenseitige Toleranz ist wichtig“, entgegnet Manfred Krooß, ebenfalls seit vielen Jahren mit Hund in der City Nord unterwegs. Dem stimmt Thomas Dürmeyer zu. „Ich habe nichts gegen diese Sportart. Wir können hier miteinander auskommen“, räumt er ein, weist aber auch auf die Gefährlichkeit und Unkontrollierbarkeit der Scheiben hin. Zweimal wurde er bereits getroffen. Wechselnde Winde an einigen Stellen des Disc Golf-Parcours macht er dafür verantwortlich. Andreas Runte, der erste Vorsitzende des 1.Ultimate Club Hamburg Fischbees e.V., in den die Disc Golfer integriert sind, sieht diese Gefahren nicht. „Erfahrene Spieler können ihre Scheiben kontrollieren. Die Winde sind überall ähnlich“, entgegnet er. Schon beginnt eine lebhafte Diskussion zwischen Runte und den beiden Hundebesitzern. Dabei betont Runte die Verantwortung der Disc Golfer und die Umsicht, mit der die Aktiven dieser noch sehr jungen Sportart auf ihrem Parcours vorgehen. „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und weisen alle neuen Mitglieder darauf hin, dass sie auf die anderen Nutzer der Grünanlage Rücksicht nehmen müssen. Das ist eine große Chance. Wer bei uns anfängt, lernt, einen Beitrag zum Miteinander zu leisten. Ohne den geht es nicht“, erläutert Andreas Runte. Geworfen wird nur, wenn die Flächen frei sind, niemand gefährdet werden kann. Von unübersichtlichen Stellen melden Voraustrupps per Handzeichen, ob die Spieler niemanden verletzen können. Aber was ist mit den unerfahrenen Spielern, die das Disc Golfen noch nicht beherrschen? „Wir sprechen sie an, machen sie darauf aufmerksam, dass sie Rücksicht nehmen müssen. Wir geben ihnen auch Tipps. Wir können aber auch nicht überall sein“, erklärt Andreas Runte. „Warum lässt man die Unerfahrenen nicht erst einmal auf einer Fläche werfen, auf der sie niemanden gefährden können, zum Beispiel direkt am U-Bahnhof Sengelmannstraße?“, schlägt Thomas Dürmeyer vor. Andreas Runte berichtet, dass Interessierte an jedem Sonntag um 13 Uhr am Halifaxweg, direkt am Eingang zum U-Bahnhof Sengelmannstraße, das Einmaleins des Disc Golfen bei ihm erlernen können.
Workshops befinden sich im Aufbau. Runte gibt bereits Beschäftigten der City Nord Unterricht, die sich zunehmend für die sportliche Betätigung vor ihren Businesstüren interessieren. Die Grundeigentümer-Interessengemeinschaft (GIG) City Nord ist auch deshalb sehr an einer Förderung des Disc Golfs gelegen. „Wir begrüßen die neue Sportart Disc Golf im City Nord Park sehr und unterstützen den Verein aktiv. Das sportliche Engagement kommt dem Park sehr zugute, der dadurch eine neue Art der Belebung und auch Wertung erfährt“, erklärt dazu Sylvia Soggia, die Sprecherin der GIG City Nord, die auch betont: „Das Miteinander aller Besucher des Parks und damit auch der Sportler und Hundebesitzer ist uns sehr wichtig. Wir meinen, dass die Fläche groß genug für alle ist.“ Dem können sich Andreas Runte, Thomas Dürmeyer und Manfred Krooß bei allen Gegensätzen auch anschließen.
So sollte es auch im Sommer, wenn die Grünflächen in der City Nord stärker frequentiert werden, keine ernsthaften Probleme zwischen Disc Golfern und Hundebesitzern geben. Zwei Turniere, die die Disc Golfer in dieser Zeit veranstalten, werden vorher angekündigt. Während des Wettkampfes möchten die Sportler dann unter sich bleiben. Aber auch nur dann.
Anzeige
Anzeige
1 Kommentar
6
John Wedemeyer aus Winterhude | 05.03.2014 | 21:14  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige