Polarforscher aus aller Welt im Geomatikum

Anzeige
In den Regionen, die unter Dauerfrost liegen, kennen sich Professor Eva-Maria Pfeiffer und Sebastian Zubrzycki bestens aus. Foto: Hanke
Rotherbaum. Womit beschäftigen sich Polarforscher, wenn sie heutzutage zu einer Tagung zusammenkommen? Mit dem Abschmelzen der Pole und deren Folgen. Das macht ein solches Ereignis wie die 25. Internationale Polartagung auch für Nicht-Polarspezialisten spannend. Im Geomatikum an der Bundesstraße fand diese Tagung kürzlich statt. 170 Polarforscher aus elf Ländern tauschten ihre Forschungsergebnisse aus. Dabei ging´s nicht nur um die Arktis und die Anarktis. Auch andere Gebiete, die nahezu ständig unter Frost liegen, geraten in den Fokus der Forscher. Wer weiß schon, dass rund 25 Prozent der Erdoberfläche aus Permafrostböden besteht, dauerhaft gefrorenen Böden. Fast ganz Grönland (99 Prozent) und Alaska (80 Prozent) zählen dazu, aber auch die nördlichen Regionen von Russland und Kanada. Beide Länder liegen fast zur Hälfte unter Dauerfrost. Wenn diese Böden schmelzen, ergeben sich große Veränderungen für die dortigen Regionen und deren Menschen, Tiere und Pflanzen. „Wenn die Permafrostböden schmelzen, kollabiert die Küste. Die Infrastruktur geht kaputt“, erzählt Sebastian Zubrzycki, Doktorand vom KlimaCampus Hamburg, der sich intensiv mit Permafrostböden beschäftigt. Und auch weiter entfernt liegende Siedlungen könnten ein großer Dreckproblem bekommen, denn mit dem Auftauen der gefrorenen Böden kann viel darunter liegender Dreck durch Flüsse in andere Regionen gespült werden. Doch die Erwärmungen eröffnen auch Chancen. „Schiffswege werden sich durch den Rückgang der Küstenlinie verkürzen. Es könnte möglich werden, die Gebiete landwirtschaftlich zu nutzen und überhaupt zu besiedeln“, berichtet die Hamburger Wissenschaftlerin Professor Eva-Maria Pfeiffer. Deshalb freuen sich viele Menschen in Sibirien bereits über die Erwärmungen. Sie hoffen auf bessere Lebensbedingungen. Und die Erderwärmung nimmt zu. Seit rund 200 Jahren immer schneller. Darüber besteht kein Zweifel. Wer aber diese Erwärmung verursacht hat, das vermögen die Wissenschaftler nicht eindeutig zu sagen. „Da kommen viele Ursachen zusammen“, vermutet Sebastian Zubrzycki. Aber die Menschen haben etwas damit zu tun. So viel ist auch sicher. Aber nicht nur. Denn die Erde erwärmt sich schon seit 11.000 Jahren. (ch)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige