Projekt gegen Müllproblem

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Die betroffenen Straßen: Bogenstraße, Bundesstraße, Dillstraße, Eppendorfer Baum, Eppendorfer Weg, Grindelallee, Grindelberg, Hallerplatz, Hallerstraße, Heinrich-Barth-Straße, Hoheluftchaussee, Innocentiastraße, Milchstraße, Papendamm, Rappstraße, Rothenbaumchaussee, Rutschbahn, Schlüterstraße, Sedanstraße Grafik: Kühn

Bezirksamt Eimsbüttel plant: Rosa Müllsäcke weg vom Straßenrand

Rotherbaum/Eppendorf Niemand will sie, aber sie lassen sich noch nicht überall ersetzen: die Rosa Müllsäcke. In den 1970-er Jahren eingeführt, um in den dicht bebauten Altbaustadtteilen Möglichkeiten der Müllentsorgung für Häuser zu schaffen, die dafür keine Räume haben, stapeln sie sich nun am Straßenrand, reißen oft auf und verbreiten Gestank und eine unhygienische Atmosphäre. Das Bezirksamt Eimsbüttel hat bereits vor Jahren die Devise ausgegeben: Weg mit den Rosa Müllsäcken. Jetzt soll ein Pilotprojekt Abhilfe schaffen. Zwischen 2002 und 2015 konnte die Anzahl der Säcke in diesem Bezirk immerhin um 3.547 reduziert werden. 7.932 bleiben aber noch, zum Beispiel im Grindelviertel in Rotherbaum. Entlang der Rappstraße liegen sie in großen Haufen, kleine Mülldeponien am Straßenrand. Drei Gründe haben die Anzahl der Rosa Müllsäcke in den letzten Jahren anwachsen lassen, berichtete Thomas Pröwrock, der Leiter des Managements des Öffentlichen Raumes im Bezirksamt Eimsbüttel, kürzlich im Kerngebietsausschuss: Viele Häuser haben keine Keller mehr. Mitarbeiter der Stadtreinigung dürfen aus Arbeitsschutzgründen nicht mehr aus allen Räumen Müll abtransportieren, dazu kommen einige wenige Umnutzungen von Räumen, in denen früher Müll lagerte. Mit neuen unter- oder oberirdischen Containeranlagen konnten die Bezirksplaner schon einige Sacklagerungen überflüssig machen. Doch lange nicht überall findet sich Platz für diese Systeme. Den unterirdischen Müllbehältern sind Leitungen und Straßenbäume im Weg. Oberirdisch fehlt oft der Platz.

Pilotprojekt startet


Das Bezirksamt Eimsbüttel möchte die Müllentsorgung nicht auf öffentlichen Flächen abwickeln, sondern auf öffentlich genutzten Privatflächen, von denen der Bezirk Eimsbüttel relativ viele hat. „Das private Müllproblem wird auf öffentlichen Flächen abgebildet. Damit haben wir erhebliche Schwierigkeiten“, sagte Pröwröck im Kerngebietsausschuss. Deshalb versuchen die Bezirksamtsmitarbeiter Hauseigentümer zur Bereitstellung von Flächen für die Müllentsorgung zu überreden. „Da ist viel Diskussionsbedarf“, erzählt Bernd Leonwald, Regionalleiter Nordwest der Stadtreinigung Hamburg. Denn jedes Grundstück ist anders. Da bieten sich die verschiedensten Möglichkeiten Flächen für die verschiedenen Müllentsorgungsvarianten zu finden. Die Gebührenspanne ist riesengroß, abhängig von den unterschiedlichen Müllentsorgungsvarianten. Der Bezirk Eimsbüttel will nun in einem Pilotprojekt versuchen, die Rosa Müllsäcke in zwei kleineren Gebieten in Eimsbüttel vom öffentlichen Grund ganz weg zu bringen. Ein Jahr lang wird das Projekt dauern. Danach wird es, in der Hoffnung, Empfehlungen an andere Bezirksämter geben zu können, ausgewertet. Dann könnte das Bezirksamt Hamburg-Nord vielleicht auf Strategien zurückgreifen, wie die Rosa Müllsäcke aus Eppendorf zu entfernen sind. Hier muss der Müll nämlich auch häufig auf die unhygienische Art und Weise über den Straßenrand entsorgt werden. (ch)
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