„Rauchen ist uncool“

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„Rauchen ist uncool!“ finden die Sechstklässler vom Gymnasium Grootmoor. Die Band Revolverheld (hinten) und Schauspieler Sky DuMont (r.) finden das auch Foto: Hanke

Prominente warnen Schüler im UKE vor Gefahren des Rauchens

Eppendorf Hörsaal der Alten Frauenklinik des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) am Donnerstagmorgen: rund 200 Sechstklässler haben sich versammelt und stellen Fragen wie: Warum rauchen Menschen? Wie viele Menschen sterben jedes Jahr weltweit an Lungenkrebs?
Die Veranstaltung wiederholt sich seit zehn Jahren an jedem Donnerstagmorgen mit Schülerinnen und Schülern der fünften bis siebten Klasse. Seit der Gründung der Tabakpräventionsveranstaltung „Nichtrauchen ist cool!“ haben über 80.000 Schülerinnen und Schüler aus ganz Norddeutschland an den bisherigen 360 Veranstaltungen teilgenommen. Auch zum zehnjährigen Jubiläum wurden Klassen zweier Schulen von Fachleuten und Betroffenen über die Gefahren und Folgen des Rauchens und den schrecklichen Verlauf einer Lungenkrebserkrankung aufgeklärt. Die Sechstklässler wissen schon gut Bescheid. Menschen rauchen, „weil sie Stress abbauen wollen“ oder „weil es süchtig macht“, antworten die Kinder. Bei den Zahlen gehen die Schätzungen weit auseinander. Internistin Dr. Birte Andritzky, Mitglied im Beirat der Fördervereins „Prävention der Nikotinsucht bei Kindern und Jugendlichen in Hamburg und Umgebung e.V.“, die die Veranstaltung mit beachtlichem Moderatorentalent leitet, klärt auf: weltweit sterben jedes Jahr sechs Millionen Menschen an Lungenkrebs, in Deutschland 140.000. Sie weiß, wie man die Schülerinnen und Schüler in ihrer Welt anspricht und die Gefahren des Rauchens mit ihrem ganzen tödlichen Ernst zu thematisieren.

Aufklärung durch Abschreckung


„Vielleicht stirbt gerade jetzt jemand an Lungenkrebs. Der Tod und die Zigarette sind sehr eng verbunden.“ Sie erzählt Geschichen von ganz jungen Menschen, die an den Folgen des Rauchens gestorben sind. Die Krankheiten, die das Rauchen hervorbringt, und die sichtbaren Folgen werden thematisiert. Frühe Falten zum Beispiel oder Pickel. Da spricht Birte Andritzky ganz gezielt die Mädchen an, die mittlerweile genauso viel paffen wie die Jungs: „Das wird dann nichts mehr mit Germanys Next Top-Model.“ Auch die Werbung wird erwähnt. Fünf der „harten“ Männer, die für Marlboro durch die Prärie ritten, erfahren wir, sind schon gestorben - an Lungenkrebs. Schlimme Bilder von verstopften Adern und schwarzen Raucherlungen werden den Kindern nicht vorenthalten. Ein erschrockenes Raunen geht durch die Reihen.
Prominente Unterstützer warnen ebenfalls: Schauspieler Sky DuMont berichtete, wie mühsam es ist, sich das Rauchen abzugewöhnen. „Rauchen bringt euch um“, lautete seine Botschaft. Die Bandmitglieder von Revolverheld beeindrucken durch Konsequenz. Sie haben nie geraucht, spielen nur in raucherfreien Gebäuden und verlangen in Hotels Nichtraucherzimmer.
Die Verantwortlichen des UKE zeigten sich anschließend zufrieden mit der Wirkung des Projektes „Nichtrauchen ist cool!“, das unter anderem von der Hamburger Krebsgesellschaft, der Norddeutschen Bronchialkarzinom Arbeitsgruppe, der Budnianer Hilfe und der Deutschen Kinderhilfe gesponsert wird. (ch)
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