Sand im Getriebe

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So könnte die Eppendorfer Landstraße als Sommerferien-Strand“ aussehen Grafik: Bündnis 90 - Die Grünen

Wie die Grünen mit einer Strand-Idee Politik-PR machten

Hamburg. Auf der Straße spielen mitten in Eppendorf oder Winterhude? Geht es nach den Grünen, soll das im kommenden Sommer für mehrere Wochen möglich sein. Und zwar auf einer der zentralen Straßen wie Eppendorfer Landstraße oder Mühlenkamp. Das fordert der Antrag „Strand von Eppendorf“ der Grünen-Fraktion Nord, der zur nächsten Sitzung der Bezirksversammlung am Donnerstag, 12. Dezember, eingebracht werden soll. Eine Idee, die zumindest etwas Sand in den ritualisierten Politik-Betrieb streute....
Michael Werner-Boelz, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bezirk Nord, erläutert: „Paris hat es vorgemacht: Dort werden jeden Sonntag Straßen für den Autoverkehr gesperrt, um Platz für alle anderen zu schaffen: Paris respire – Paris atmet auf. In den Sommerferien sperrt die Stadt unter dem Motto Paris-Plages – Strand von Paris schon seit 2002 mehrere Kilometer Straßen entlang der Seine. Dort genießen Bewohner und Touristen den Sommer mit Inlineskaten, Sport und Spiel und sogar auf eigens aufgeschütteten Sandstränden.“
Die Grünen wollen nun durchsetzen, dass auch Hamburg-Nord prüft, auf welcher großen Straße im Herzen des Bezirks eine solche Aktion durchgeführt werden könnte. Dabei gehe es nicht einfach darum, den Autoverkehr zu verdrängen, erklärt Michael Werner-Boelz: „In Hamburg ist es allzu selbstverständlich, dass der knapp bemessene öffentliche Raum überwiegend fahrenden oder parkenden Pkw überlassen wird. Dabei gehören diese Flächen doch allen Menschen. Wir wollen mit dieser Aktion den Blick dafür öffnen, dass man Straßen auch anders nutzen kann. Die Bürger sollen sich ihren Raum wieder zurückerobern und den Aufenthalt im Freien genießen.“ Doch wohin mit den Autos, sollte ein ganzer Straßenabschnitt sechs Wochen lang zum Strand werden?
Werner-Boelz hat darauf keine Antwort – die sollte sich aber seines Erachtens finden lassen, wenn das Bezirksamt sich mit der Prüfung der Umsetzung einer solchen Aktion auseinandersetze. Neben einem Aha-Effekt für alle Bürgerinnen und Bürger erwarten die Grünen auch positive Auswirkungen für alle, die in dem Straßenabschnitt wohnen: durch den Wegfall des Kraftverkehrs während der Aktionsphase würden Lärm und Luftverschmutzung reduziert, die Wohn- und Lebensqualität steige. Anwohner und Gewerbetreibende sollten in die Planungen miteinbezogen werden. Und wie stehen die Chancen auf Umsetzung? Schlecht. Die SPD nannte die Grünen-Beach-Pläne bereits „populistisch“, die CDU hält den Vorschlag für „abstrus“. (wb)
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