Schmuckes kleines Reich

Anzeige
Wie ein verwunschenes Schlösschen liegt das Bürgerhäuschen Eppendorf im Eppendorfer Park Foto: Hanke
 
Jens Schmitt (1. Vorsitzender, l.) und Michael Thomas (Schatzmeister) leiten die Geschicke des Vereins Bürgerhäuschen Eppendorf e.V. Foto: Hanke

Wie engagierte Eppendorfer ein Klo-Häuschen zum Stadtteiltreff machten

Eppendorf Jetzt weist eine große Tafel auf das Bürgerhäuschen Eppendorf und seine Aktivitäten hin. Es ist die ehemalige Tafel des geschlossenen Krankenhauses Bethanien. Sie steht nun im Eppendorfer Park, direkt vor dem schmucken, kurz nach 1900 erbauten früheren Toilettenhäuschen aus rotem Backstein. Auf Initiative der Mitglieder des Vereins Bürgerhäuschen Eppendorf. Beharrlich haben sie ihr kleines Reich seit 2002 aufgebaut, einen Brand weggesteckt und es immer weiter verbessert. Zunächst galt es das marode Gebäude instandzusetzen. Das Bezirksamt Hamburg-Nord wollte es abreißen lassen. Doch einige Eppendorfer hatten etwas dagegen.
„Mich rief ein Lehrer an, den ich kannte, und sagte: Mach´mal ´was!“, erzählt Schatzmeister Michael Thomas, einer der drei Gründungsmitglieder, die heute noch mitarbeiten. Thomas und einige Mitstreiter machten, retteten mit der Vereinsgründung das verfallene Toilettenhäuschen vor dem Abriss. Der erste Vereinszweck von Bürgerhäuschen Eppendorf e.V. war die Restaurierung und der Erhalt des Häuschens, das im Eppendorfer Park an der Martinistraße schräg gegenüber dem alten Eingang zum Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) steht. Die Sanierung wurde erst kürzlich mit der Wiederherstellung des originalen Daches aus Schieferplatten abgeschlossen. Kostenpunkt 20.000 Euro. Mittel vom Bezirksamt und aus der Tronc-Abgabe der Bürgerschaft deckten den größten Teil.
Gemeinsam mit der Wolfgang-Borchert-Schule nutzte der Verein das Gebäude, dessen Wiederherstellung und Sanierung insgesamt rund 100.000 Euro gekostet hat, als „Klassenzimmer im Grünen“, aber auch als Veranstaltungsort und Treffpunkt für Eppendorfer. Die Wolfgang-Borchert-Schule gibt es nicht mehr. Veranstaltungen und Treffpunkt sind geblieben.
Viermal im Jahr kommt eine Märchenerzählerin für Erwachsene, zweimal wird Skat gekloppt und in der Vorweihnachtszeit wird an zwei Tagen ein Basar aufgebaut. Dreimal feiern die Bürgerhäusler Feste. Und mittwochs ist zwischen April und Oktober von 15 bis 18 Uhr Kaffeeklatsch. „Alle können zu Tee, Kaffee und Kuchen kommen, sich austauschen, über Aktuelles im Stadtteil sprechen. Wir informieren über den Verein und seine Aktivitäten“, erzählt der erste Vorsitzende, Jens Schmitt. Etwa 20 kommen in der Regel. Meist aus Eppendorf. Auch UKE-Mitarbeiter schauen ´mal vorbei. „Wegen des hausgemachten Kuchens und des guten Kaffees“, vermutet Michael Thomas.
Als die weitaus häufigste Nutzung des kleinen Häuschens hat sich im Laufe der Jahre die Vermietung für Feiern und Feste herauskristallisiert. Geburtstage, Hochzeiten und andere Festivitäten finden hier nahezu an allen Wochenenden statt. „Wir haben eine Warteliste. Wir könnten das Haus doppelt so oft wie möglich vermieten“, erläutert Jens Schmitt. Das Bürgerhäuschen ist mit seiner Größe von rund 35 Quadratmetern Grundfläche eine Rarität. 20 bis 25 Personen im Winter und bis zu 70 im Sommer, wenn eine kleine zum Park hin gelegene Terrasse genutzt werden kann, können im Bürgerhäuschen feiern. Die Mieten sind die größte Einnahmequelle des Vereins, gefolgt von den Mitgliedsbeiträge. 85 Mitglieder zählt der Verein. Sie zahlen 30 Euro im Jahr. Viele von ihnen haben an der Restaurierung ihres Häuschens mitgewirkt. Im Januar müssen sie wieder ran. Zum Malen.
Vorher aber wird´s festlich. Beim Basar am 21. und 22. November, 11-18 Uhr. Zwei Künstlerinnen zeigen handgemachten Weihnachtsschmuck. Es gibt Glühwein und natürlich den hausgemachten Kuchen. Am Sonnabend, 28. November, ist dann Märchenerzählerin Elita Carstens wieder zu Gast - mit Weihnachtsmärchen (19 Uhr, 8 Euro Eintritt).(ch)

Kontakt: 0163/7415296 (Jens Schmitt), 0175/7236849 (Dirk Bley)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige