Sexuelle Gewalt: Schweigen durchbrechen

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Geben den Opfern eine Stimme: Angelina Baster, Susann Janzyk-Liehr, Regina Breutigam und Sibylle Ruschmeier vom Notruf-Team (v.l.) Foto: Haas

Notrufteam berät Frauen und Mädchen. Verein kämpft für Aufklärung

Hamburg Rund 100.000 Hamburgerinnen werden wenigstens einmal Opfer strafrechtlich relevanter sexualisierter Gewalttaten. Vergewaltigungen hinterlassen körperliche Verletzungen und tiefe seelische Wunden. Die Folge ist oft lebenslange Traumatisierung. Sexuelle Belästigungen widerfahren jeder zweiten Frau. Eigentlich ist die Würde des Menschen unantastbar. Aber inwiefern gilt dieses Grundrecht für Frauen und Mädchen? Zwischen Gerechtigkeit und Rechtsprechung klafft noch immer eine große Lücke. Diese Lücke erfährt Sibylle Ruschmeier allzu oft, wenn sie Opfer von Vergewaltigungen in Gerichtsprozessen begleitet. Und sie fragt sich, ob die aktuelle Reform des Sexualstrafrechts – im § 177 StGB – daran viel ändert. „Leider bleibt unser Beistand für Frauen und Mädchen notwendig, und das auch 36 Jahre nach unserer Gründung“, bilanziert die Leiterin des Frauennotrufs Hamburg. „Sexualisierte Gewalt gegen Frauen wird immer noch viel zu wenig thematisiert.“ Krisenintervention, Information und öffentliche Aufklärung hat sich die Fachberatungsstelle des Vereins von Anfang an auf die Fahnen geschrieben. Fünf hauptberufliche Mitarbeiterinnen mit therapeutischer Zusatzausbildung sind von Montag bis Freitag in der Beethovenstraße im Einsatz, auch an Wochenenden steht das Telefon nicht still. Immer vertraulich, anonym und kostenfrei. Die professionelle Hilfe ist oft der einzige Weg, wieder Lebensmut und neue Perspektiven zu entwickeln. (wh)

Weitere Infos: www.frauennotruf-hamburg.de oder Telefon 25 55 66


Info:
Opfer von Sexualstraftaten sollten sich von Ärzten der Opferstelle im UKE-Institut vertraulich und kostenlos untersuchen lassen. Sie erstellen ein Gutachten als Beweismittel vor Gericht. Telefon 741 052 127, im Notfall 0172-426 8090
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