So lernen Jugendliche ihre Stärken kennen

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Katharina Hempel (Mitte) mit ihren Schützlingen: Claas und Anna, Eileen und Julian (v. li.). Foto: Haas

Kulturarbeit mit Kindern

Pöseldorf. Es war eine Auszeichnung der besonderen Art: bei einer kleinen Feier an der Staatlichen Jugendmusikschule, bei der sie auch als Quartett auftraten, bekamen vier Jugendliche kürzlich einen Bildungspass überreicht: den „Kompetenznachweis Kultur“, gefördert durch das Bundesbildungsministerium.
Zuvor haben Anna und Eileen, Julian und Claas ein Jahr lang dafür gearbeitet, aus freien Stücken und unentgeltlich. Und zugleich viel gelernt über ihre Stärken, nicht nur in Musik: indem sie eine Gitarrenfreizeit an der Ostsee planten und mitgestalteten. Dabei waren die Musikschüler verantwortlich für die teilnehmenden jüngeren Kinder ab acht Jahren.
„Wir haben Musikstücke zusammen einstudiert, uns um die Freizeitgestaltung der Kleinen gekümmert und sie zu Spielen angeleitet. Dazu gehörte auch, sie morgens zu wecken und abends ins Bett zu bringen.“ Beim Treffen im Michael Otto Haus am Mittelweg zog das Quartett ein Resümee: Für Anna (16) etwa war es eine ganz neue und spannende Erfahrung, mit jüngeren Kindern zu arbeiten. „Gemeinsam mit den Lütten zu musizieren, das war das Beste.“ meint Eileen (17). Während Claas (16) und Julian (15) es besonders interessant fanden, selbstständig etwas für die Kinder zu entwickeln und umzusetzen. „Unsere Planungen haben gut geklappt.“ stellen die Jungs zufrieden fest. Denn nach der Musikfreizeit wurde ausgewertet: Was ist den Teenies aufgefallen?
Alle Ergebnisse wurden sorgsam dokumentiert. „Für die Jugendlichen war das eine enorme Leistung.“ attestiert Katharina Hempel anerkennend. „Denn oft geben sich Teenager nur ungern mit Jüngeren ab. Und brauchen dann Jahre später etwa Eltern-Kurse, um mühsam den Umgang mit eigenen Kindern zu lernen.“ Normalerweise unterrichtet die Gitarrenvirtuosin und Musikpädagogin ihre Schützlinge auf ihren Instrumenten. Doch hier waren neben musisch-kulturellen Kompetenzen auch soziale Talente gefragt: Kinder motivieren und ihnen Gemeinschaftserlebnisse vermitteln etwa. „Es war wie in einer großen Familie. Dieses Projekt finde ich sehr nützlich für junge Leute. Sie lernen enorm viel über Selbstorganisation, Initiative und Reflexion der eigenen Tätigkeiten.“ so Katharina Hempel, die selbst in einer Großfamilie aufwuchs und sich schon seit Jahren als ehrenamtliche Beraterin für den Bildungspass „Kompetenznachweis Kultur“ engagiert. Die Urkunde erweise sich auch auf dem weiteren Lebensweg der jungen Leute nützlich. „In Bewerbungsunterlagen etwa sind sie ein aussagekräftiges Dokument über persönliche Stärken.“ Lohn der Mühe: Die gemeinsame Arbeit hat viel Spaß gemacht, bestätigt das Teenager-Quartett. (wh)

Info: www.kompetenznachweiskultur.de
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