Stadtpark-Spielspaß ohne Ende

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Lotta (10) und Lisbeth (3) sind Fans des Spielplatzes am südwestlichen Ende des Stadtparks, der vor gut fünf Jahren grunderneuert wurde und etwas versteckt liegt Foto: ho

Serie Teil 13: Viel Platz für die jüngsten Besucher

Von Holger Hollmann
Er sollte ein Park für alle gesellschaftlichen Schichten werden - ein echter Volkspark, wie er in einigen anderen europäischen Ländern und Nordamerika bereits Mode war. Dies war ein gesetztes Ziel, als der frisch ernannte Hamburger Baudirektor Fritz Schumacher und der Leiter des Ingenieurwesens Ferdinand Sperber den Hamburger Stadtpark vor über 100 Jahren zu planen begannen. Zuvor waren Parks hauptsächlich den oberen Schichten vorbehalten gewesen, oft mit Eintrittsgeldern und in der Regel nur zum Flanieren gedacht. Doch im Stadtpark sollte sich nicht nur der gesamte gesellschaftliche Querschnitt - vom Arbeiter bis zum Bürgertum - von den Angeboten der künftigen, größten Grünanlage der Stadt angesprochen fühlen, sondern auch alle Altersgruppen. So waren selbst die jüngsten Gäste des Parks von vornherein willkommen und Teil der Pläne. Sie erhielten mit dem ab 1919 angelegten Planschbecken, das noch heute an derselben Stelle existiert, einen ganz besonders attraktiven Spielplatz.
Der zehn Meter breite Sandstreifen um das Planschbecken war bereits damals eine Idee von Fritz Schumacher und Otto Linne, Hamburgs erstem Gartenbaudirektor, der nach der Eröffnung des Stadtparks am 1. Juli 1914 die weitere Entwicklung des damals noch nicht ganz vollendeten Parks gemeinsam mit Schumacher vorantrieb. So sollten gerade am Planschbecken auch ärmere Familien mit Kindern in den Genuss eines Badespaßes mit Strandgefühl kommen. Das Becken wurde in den 60er- und in den 90er-Jahren grundüberholt und erneuert. Rechtzeitig um 100. Geburtstag im kommenden Jahr steht eine weitere Verschönerungsaktion für den größten Spielplatz im Park an: Sobald die Spielsaison im Herbst vorbei ist, sollen nicht nur das Becken selbst, sondern auch viele Spielgeräte für weit über eine Million Euro erneuert werden.
Bereits vor gut fünf Jahren hat dies bei einem anderen Spielplatz stattgefunden, der etwas versteckt am äußersten südwestlichen Rand des Parks liegt. Diese Spielfläche ist seitdem ein echter Geheimtipp: Hier gibt es eine große Holzburg mit zwei Hängebrücken, vielen Kletterwänden und einer Rutsche neben einer Seilbahn, verschiedenen Schaukeln, zahlreichen Reckstangen und einem Bereich für Kleinkinder. Das große Plus an heißen, sonnigen Tagen sind bei diesem Spielplatz jedoch die hohen, bis zu hundert Jahre alten Bäume des Sierichschen Forstes, den die Stadt schon 1901 von den Erben des Winterhuder Großgrundbesitzers Adolph Sierich erwarb als Grundstock für den damals bereits geplanten neuen Bürgerpark. Last not least bietet der Spielplatz an seinen Rändern einige schöne, kleinere Rasenbereiche. Auf ihnen können die Eltern bei schönem Wetter hervorragend entspannen und das Picknick mit Grill aufbauen, was oft geschieht.
Heute bietet der Stadtpark insgesamt fünf Spielplätze, von denen drei am westlichen Ende liegen. Im mittleren Bereich befindet sich neben dem größten Spielplatz am Planschbecken auch noch ein etwas kleinerer an der Minigolfanlage südlich der großen Festwiese.
Nächste Woche im 14. und letzten Teil der Serie: Orte der Stille - die schönsten Plätze im Stadtpark zu Chillen
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