Stolperfallen in Hamburg: Hier stürzen Sie sicher!

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Geht so gar nicht: eine echte Stolperfalle im Bereich des Alsterdorfer Damms Fotos: wb/to
Hamburg: Bebelallee |

Die Geh- und Radwege in Teilen von Alsterdorf sind in einem marodem Zustand

Von Thomas Oldach
Alsterdorf
Der gesamte Bezirk Hamburg-Nord hat gut 1000 Straßenkilometer, zudem noch einmal entsprechend viele Kilometer Geh- und Radwege. Nicht einfach, da alles „in Schuss“ zu halten. Doch wie wichtig dies ist, um gerade Fußgänger vor Unfällen zu bewahren, zeigt sich am Beispiel von Iris Kroll, die bereits im Juli an einer „Stolperfalle“ durch eine hochstehende Gehwegplatte gestürzt war und sich schwer an Hand, Knie und Schulter verletzte. Nicht nur diesen „Fall“ hat die CDU-Fraktion zum Anlass genommen, um auf entsprechende Missstände im Bereich Bebelallee/Carl-Cohn-Straße/Alsterdorfer Damm hinzuweisen. „Auf Geh- und Radwegen herrschen insbesondere dort marode Zustände. Dort muss dringend saniert werden“, sagt Kai Friedrich Debus, Wirtschaftssprecher der Fraktion, und hatte deshalb einen entsprechender Antrag an den Regionalausschuss gestellt – der jetzt auch einstimmig an die zuständigen Behörden weitergeleitet wurde.

Wurzelen heben Platten an

Durch Wurzelwuchs im „Untergrund“ haben sich dort Gehwegplatten an einigen Stellen um mehr als drei Zentimeter angehoben. Auch Radwegabschnitte weisen Bruchkanten im Asphalt auf. Doch wann passiert etwas? Wer kümmert sich? Ist doch gerade Alsterdorf ein vor dem Hintergrund seiner Bevölkerungsstruktur besonders von Gehwegschäden betroffener Stadtteil. Dort sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes (2015) 19,7 Prozent der Bevölkerung älter als 65 Jahre – in ganz Hamburg sind es 18,8 Prozent. Damit steigt auch in Alsterdorf die „Sturzrate“.

Hoher Sanierungsbedarf

Diese Gefahr sieht man auch bei der SPD. Jörg Lewin, Vorsitzender des Regionalausschusses sowie Umwelt- und Verkehrsexperte, sagt: „Klar. Gerade in diesem Bereich haben wir einen hohen Sanierungsbedarf. Deshalb muss auch etwas getan werden.“ Aber man könne auch in Alsterdorf nicht immer sofort an jeder schadhaften Stelle eingreifen. Grundlage für Sanierungen sind oft immer Bestandsmeldungen der Wegewarte – die einmal pro Woche insbesondere auf Fuß- und Radwegen unterwegs sind. Nach Angaben des zuständigen Bezirksamtes Hamburg-Nord würden Gefahrenstellen im Zuge der Verkehrssicherungspflicht umgehend beseitigt. So wurde auch direkt nach der Beschlussfassung im Regionalausschuss die Gefahrenquelle an der Carl-Cohn-Straße – wo Iris Kroll gestürzt war – beseitigt. „Weitere Ausbesserungsarbeiten werden witterungsbedingt im kommenden Jahr vorgenommen. Die Bezirksverwaltung steht im Austausch mit dem Arbeitskreis Verkehr Alsterdorf“, sagt Katja Glahn, Pressesprecherin des Bezirksamts Hamburg-Nord.

Wer Gehwegschäden bemerkt, kann diese telefonisch unter Telefon 42 82 80 melden. Am besten wendet man sich aber an den „Meldemichel“ im Internet unter: www.hamburg.de/melde-michel/

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