Storys aus der Senioren-WG

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Edda Renger hat das Buch „Fünf in Hamburg zusammengewürfelt“ geschrieben. Foto: Gemeinholzer

Edda Renger beschreibt in ihrem Hamburg-Roman das Leben im Ruhestand

Winterhude. Eine Senioren-Wohngemeinschaft als Mittel gegen die Einsamkeit: Mit dem Thema ihres ersten Buches hat Autorin Edda Renger offensichtlich einen Nerv getroffen. Nachdem die unterhaltsame Erzählung „Fünf in Hamburg zusammengewürfelt“ im Juni erschienen war, erhielt die 71-Jährige mehrere Angebote für Lesungen. Am Sonntag, 25. November, wird sie ihr Buch im „Waschhaus“ am Wesselyring 51 vorstellen. In Winterhude hatte Edda Renger selbst eine Zeit lang gelebt, seit über 40 Jahren ist sie aber in Kaltenkirchen, 30 Kilometer nördlich von Hamburg, zuhause. Weil sie selbst gern und oft in Hamburg ist, lässt sie die Handlung ihres Buches vor der Kulisse der Großstadt abspielen. „Ein Mann ist plötzlich alleine. Seine Frau ist nicht mehr da, die bisher alles gemacht hat, und in der Firma ist er auch nicht mehr. Keine Aufgabe, keine Partnerin mehr zu haben, ist für ihn eine ganz andere Welt: Er steht auf dem Schlauch“, schildert Edda Renger den Ausgangspunkt der Geschichte.
Minirenten, Einsamkeit, das Gefühl der Nutzlosigkeit – in ihrem Buch spricht Edda Renger etliche Probleme an, die Senioren in unserer Gesellschaft haben – und zeigt zugleich Lösungen auf. „Ich beobachte, dass viele ältere Leute viel alleine sind. Das Buch soll motivieren, sich noch etwas vorzunehmen, sich zu trauen, auf andere zuzugehen, und einfach mal etwas auszuprobieren – egal, ob es dann gefällt oder nicht“, sagt die 71-Jährige.Sie selbst sei ein Typ, der immer etwas um die Ohren haben muss, sagt Edda Renger.
Ein bisschen von ihr – das Lebenslustige, ihre Liebe zum Tanzen, die Faszination für das lebensbejahende Wesen von Kindern – stecke in ihren Frauenfiguren Die Kindheit in der Kriegs- und Nachkriegszeit, ihre Flucht aus der damaligen DDR hat Edda Renger, die in Dessau aufwuchs, im Buch mit verarbeitet. Ursprünglich hatte Edda Renger ihre Kindheits- und Jugenderinnerungen nur für ihre sechs Enkel aufschreiben wollen. Das sei ihr dann aber etwas zu dröge vorgekommen, erzählt sie amüsiert. Richtig ins Fabulieren gekommen sei sie erst ein paar Jahre später. Ein Aufruf des Hamburger Abendblatts, Romane für einen Wettbewerb einzuschicken, weckte ihren Ehrgeiz. In andere Rollen zu schlüpfen und sich in einer ihr fremden Welt zu bewegen, fällt Edda Renger leicht – schließlich ist sie gelernte Schauspielerin. Neben Theater spielte sie auch in Fernsehserien mit wie „Schwarzwaldklinik“, „Das Fernsehgericht tagt“ oder zuletzt in der Krimiserie „K 11“. Auch in Werbefilmen war sie ab und an zu sehen. Seit sie Rentnerin ist, sei sie allerdings nicht mehr so gefragt. Denn: „Für Werber ist eine Rentnerin weißhaarig. (ag)

Sonntag, 25. November, Lesung, 16 Uhr, Waschhaus, Wesselyring 51, Eintritt frei.
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