Sven Amtsberg und der Winter aus Hude...

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Autor Sven Amtsberg nähert sich Eppendorf (Foto) und Winterhude augenzwinkernd Foto: Flüß/wb

Literarische Rundgänge durch den Stadtteil Winterhude – garantiert historisch inkorrekt

Hamburg „Eine Winterhude nannte man früher eine Pelzhütte, in der die Leute den Winter überstanden. Eine Winterhude war oft ein ausgehöhlter Bär, in dem man mit bis zu hundert Leuten lebte. Intimsphäre und Scheu waren Dinge, die erst später erfunden wurden. Apropos Erfinden, warum der Winter erfunden wurde, weiß niemand so genau. Nur wo: In Winterhude.“
Wenn Autor Sven Amtsberg auf einem Rundgang die Wahrheit über Winterhude erzählt, ist das hundertprozentig historisch inkorrekt und garantiert sehr komisch. Seit 2010 zieht er regelmäßig mit einem Schriftsteller-Kollegen durch Hamburg und erzählt „Die Wahrheit“ über „das Paris des Nordens“ Winterhude und andere Viertel der Hansestadt an jeweils acht markanten Punkten. „Da entdeckt man die tollsten Sachen, die einem sofort eine Geschichte erzählen.“ Die Fan-Gemeinde seiner skurrilen Geschichten wächst stetig. „Ich bin begeistert von dem Publikum! Ohne die Leute wäre es nicht machbar“, sagt Amtsberg, der auch Schreib-Workshops gibt. 2011 ist der gebürtige Hannoveraner mit seiner Familie ins benachbarte Eppendorf gezogen.

Vorliebe für Skurriles

Nach einem Intermezzo auf dem schleswig-holsteinischen Land suchte er eigentlich in seinen alten Wohnorten Schanze, St. Pauli und Ottensen eine Bleibe. „Aber in Eppendorf bekamen wir das günstigste Mietangebot“, wundert sich der 41-jährige immer noch ein bisschen. „Vorurteile hatte ich keine, aber von meinen Freunden wurde ich mit Klischees konfrontiert.
Neben Blankenese ist Eppendorf wohl der Stadtteil mit den meisten Vorurteilen.“ Sven Amtsberg erinnert sich grinsend daran, wie er mit dem Umzugswagen nicht auf der extra abgesperrten Fläche vor dem Haus halten konnte: „Da parkte ein Sportwagen. Ich dachte: Willkommen in Eppendorf!“ Mittlerweile ist er längst angekommen und will auch nicht mehr weg. „Bei dem vielen Grün hier, Eppendorfer Moor und Wasser kann man sich vorgaukeln, man wäre in der Natur“, freut er sich. Und für seine Söhne Tex (4) und Henry (2) sei der Stadtteil ein Traum: „Gefühlt sind überall Spielplätze und sonntags können die beiden auf dem Marie-Jonas-Platz hervorragend Roller fahren.“ Gegen nachbarschaftliche Anonymität hat der Autor auf seinem Winterhude-Rundgang auch eine Idee: „Den Winter abstellen kann niemand. Trotzdem wollen wir dieses Phänomen einmal genauer betrachten. Denn Kälte ist oft ja auch eine Metapher für soziale Kälte, und das bedeutet Anonymität. Heute wollen wir die Leute aus dem Stadtteil kennenlernen. An jedem Haus wollen wir schellen, die Bewohner umarmen und ein Schnäpschen mit ihnen trinken. Gegen den Winter, gegen die Kälte. Hipp Hurra.“ Am 7. April ist mit „Paranormale Phänomene. Fast wahre Geschichten“ das vierte Buch von Sven Amtsberg im Metrolit-Verlag erschienen, in dem er sich wieder ganz seiner Vorliebe für Skurriles hingibt. (flü/wb)

Am 25. Mai um 16 Uhr liest er daraus im Winterhuder Café Loft. Alle Termine sind zu finden unter literaturveranstaltungen.com
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