„Theater für Raum und Zeit“

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Das Info-Pavillon (rechts) im Wasserbecken des Planetariums Foto: Haas
 
Blick in den freigelegten Sockelbereich: schwere Stahlträger stützen die oberen Gebäudeteile des Turms Foto: Haas

Info-Pavillon mit Live-Cam zeigt Baufortschritte im Planetarium

Von Waltraut Haas
Winterhude
Schon seit einigen Tagen stand der Info-Pavillon malerisch im Wasserbecken, feierlich eröffnet wurde er am vergangenen Donnerstag – und war gleich ein Medienereignis zu Jahresbeginn. Planetariumsdirektor Thomas W. Kraupe und der mit dem Erweiterungsbau des alten Wasserturms betraute Architekt René Herwig (HJW und Partner, Hannover) wurden umringt von rund 60 Journalisten, standen geduldig Rede und Antwort. Weil die vorgeschriebenen Sicherheitswesten und -helme knapp waren, mussten Herwig und Kraupe die anschließende Baustellenbesichtigung im Sockel des Planetariums in drei Schichten aufteilen. Kraupes Team von elf festangestellten Mitarbeitern ist derzeit zwar in Interimsbüros am Steckelhörn untergebracht. Jetzt aber hatten sie vor Ort alle Hände voll zu tun, um den Wissensdurst der Gäste ebenso wie – bei frostigem Ostwind – ihr Verlangen nach Heißgetränken zu stillen. Seit September 2015 wird das Planetarium, wie berichtet, baulich erweitert. Voraussichtlich ab Mitte Januar 2017 soll es den Mitarbeitern mehr Bürofläche, den Besuchern zusätzlich eine Cafeteria, einen Shop, Ausstellungsflächen und einen Seminarraum bieten. „Eine deutlich gesteigerte Aufenthaltsqualität“ stellt Kraupe in Aussicht. Die umfangreichen Erdarbeiten am Sockel und am denkmalgeschützten Bestandskörper des ehemaligen Wasserturms seien inzwischen weit fortgeschritten, erklärt Architekt Herwig. Durchweg barrierefrei sei das Planetarium künftig ebenerdig, um etliche Meter tiefer „auf Stadtparkniveau“, erreichbar. Das Volumen des Foyers werde durch die Erweiterung um das Siebenfache vergrößert und schaffe 1.200 Quadratmeter mehr Raum. Dafür wurde der Sockel entkernt und vollständig freigelegt.

Ebenerdiger Eingang


Für die neuen Ein- und Ausgänge zu ebener Erde wurde zudem das meterdicke Fundament durchbrochen. Große Stahlträger sichern jetzt die Statik des Turmaufbaus. „Durch diesen neuen Eingangsbereich ebenso wie durch zwei Aufzüge werden die Besucherströme künftig besser gelenkt“, erklärt der Architekt. Der zweite Aufzug stehe dann ausschließlich Besuchern der Aussichtsplattform zur Verfügung. Das neue Foyer werde zu einem „Theater für Raum und Zeit“, schwärmt Thomas Kraupe. „Es bereitet die Besucher auf das vor, was im Sternensaal bis in die Unendlichkeit erweitert wird.“ Jenseits der Visionen aber betonen Architekt und Chef des Planetariums unisono bodenständig: „Unser zeitlicher und finanzieller Rahmen – und das ist in Hamburg wichtig – wird eingehalten.“ Das umgestaltete Fundament für den Ort, an dem man die Sterne zum Greifen nah bewundern kann, kostet astronomische 7,5 Millionen Euro.

Info: Was bietet der Info-Pavillon?
Stadtparkbesucher können sich täglich von 10 bis 18 Uhr im Pavillon über die Baufortschritte, die Geschichte des Hauses sowie über das an Ausweichorten stattfindende Programm „Planetarium Hamburg on Tour“ informieren. Eine Live-Cam zeichnet die aktuellen Bauarbeiten auf, im Zeitraffer sind auch einzelne Bauabschnitte im Planetariumssockel zu bestaunen. Weil das Planetarium den „Himmel auf Erden“ verspricht, werden hier auch die aktuellen Konstellationen von Planeten und Sternbildern gezeigt. Am 15. und 26. Januar jeweils um 17 Uhr bietet Direktor Kraupe zudem „Himmelsführungen“ im Stadtpark an. Treffpunkt dafür ist der neue Info-Pavillon im Wasserbecken.
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