Trendsport schädigt Bäume

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Eine Slackline, ein Seil zum Balancieren, kann Bäume erheblich beschädigen Foto: wb

Bezirk plant neue Slackline-Anlagen im Hayns Park. Weitere Flächen gesucht

Von Christian Hanke
Winterhude/Eppendorf
Immer neue Sportarten werden Trend– und nutzen mitunter nicht nur denen, die sie ausüben, sondern bringen auch Schäden mit sich. So die neuesten Kreationen aus dem Fitnessbereich wie „Slacklining“, der „Suspension Schlingentrainer“ oder das „Cross- oder Schwungseil“. Diese Gurtbänder werden oft an Bäumen befestigt und schädigen diese durch Reibungen und das Körpergewicht, das auf den Seilen lastet. Die CDU hat nach einer Schilderung von Egbert Willing, dem Leiter des Managements des Öffentlichen Raumes in Hamburg-Nord, über Baumschäden durch Trendsportarten im Umweltausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Nord nun beantragt, dass die Slackline im Stadtpark durch Haltepunkte für Schlingentrainer und „Cross-Seile“ ergänzt wird und dass bis Juni auch im Hayns Park eine kombinierte Slackline-/ Schlingentrainer und Cross-Seil-Anlage errichtet wird, die Bäume schont. Das Bezirksamt möge außerdem weitere Grünanlagen im Bezirk auf ihre Tauglichkeit für die neue Seiltechniken prüfen. Der Antrag wird in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Verbraucherschutz am 19. Januar behandelt. Im Stadtpark wurden in der Vergangenheit mehrere Bäume beschädigt. „Selbst kräftige, gesunde und fest verwurzelte Bäume mit einem Stammumfang von 120 Zentimetern sind den Zug-, Druck–, Scher- und Reibungskräften durch unsachgemäß angebrachte Gurtbänder oder durch fehlenden stammumschließenden Reibungsschutz häufig nicht gewachsen“, warnt Gabriele König vom Naturschutzbund Hamburg.

Alternativen helfen


Wenn die äußeren Schichten eines Baumes zerstört werden, die lebensnotwendige Nährstoffe mit sich führen, wird die Versorgung der Baumkrone unterbrochen. Wird der Stamm rundherum beschädigt, stirbt der Baum ab. Verletzungen der Borke durch Schäl- und Reibungskräfte können holzzerstörende Pilze in den Baum eindringen lassen und diesen langfristig schädigen oder zerstören. Das Bezirksamt Hamburg-Nord hat nach den ersten Baumschäden im Stadtpark durch unsachgemäßen Umgang mit den neuen Trendsportarten schon Konsequenzen gezogen und eine Slackline auf dem Gelände des alten Betriebshofes beim Planschbecken baumschonend an langen Pfosten angebracht. Seitdem gehen die Baumschäden im Stadtpark deutlich zurück.
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