(Über)100jährige...

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Seniorenresidenzleiter Lutz Richter freut sich mit Liselotte Friedrichsen (l.) und Marie Hoyer über den gelungenen Theaterbesuch Foto: Krause

...die nicht aus dem Fenster stiegen

Alsterdorf Allan Karlsson, der Held im Roman von Jonas Jonasson, dem das Theaterstück „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ zugrunde liegt, hat einige Abenteuer in seinem wahrhaftig nicht langweiligen Leben zu überstehen, bis er an der Seite einer exotischen Partnerin unter Palmen in Ruhe Schnaps trinken und Atombomben bauen konnte.
Liselotte Friedrichsen und Marie Hoyer sind älter als Allan Karlsson, doch auf die Idee, aus dem Fenster ihres Apartments in der „Seniorenresidenz Alsterpark“ zu klettern und zu verschwinden, sind sie noch nie gekommen. „Hier gibt es keine ‚Giftspritze‘ die die Bewohner drangsaliert und wenn uns nach einem Glas Sekt oder einem Schnaps ist, verwehrt uns das niemand.“ Wäre Allan in ihrer Seniorenresidenz auch aus dem Fenster geklettert? „Bestimmt nicht,“ da sind sich die Damen einig „aber wie die Theaterleute seine Geschichte auf die Bühne gebracht haben, das war wirklich beeindruckend.“ Die rüstigen Seniorinnen waren Ehrengäste, als sich in Altona der Vorhang für die turbulente Geschichte öffnete. Anhand Hörbuch und Zusammenfassung auf die schier unfassbaren Abenteuer des umtriebigen Schweden bestens vorbereitet, können sie beurteilen, ob die Umsetzung des Romans gelungen ist. „Das haben sie ganz toll gemacht“, findet Marie Hoyer. „Selbst den Elefanten aus dem Buch haben sie höchst originell und mit einfachsten Mitteln eingebaut.“

In der Finkenau geboren


Hoyer ist zwar eine echte „Hamburger Deern“, doch die meiste Zeit ihres Lebens hat sie in Wesel am Niederrhein verbracht. „Große Kultur gab es nur in Düsseldorf. Da ist das Angebot hier natürlich ganz anders.“ Liselotte Friedrichsen, im Jahr 1914 eines der ersten „Finkenau-Babys“, ist fast immer in Hamburg geblieben. In der Finkenau hat sie im Krieg als Sekretärin gearbeitet, nachdem das Gymnasium Lerchenfeld, an dem sie zuvor Schulsekretärin war, in die „Kinderlandverschickung“ gegangen war. Kultur – die steht neben diversen sportlichen Angeboten ganz oben in der Angebotspalette der „Seniorenresidenz Alsterpark“. Deren Leiter Lutz Richter war es auch, der diesen in jeder Hinsicht originellen Theaterbesuch ermöglicht hat. „Wir erweitern unser Programm ständig“, so Richter. „Und wir sind gespannt darauf, was kommen wird“, bestätigen die alten Damen. „Denn die Möglichkeiten im schönen Hamburg sind schier unbegrenzt. Dafür müssen wir nicht aus dem Fenster steigen!“ (fjk)
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