Umbau am Mühlenkamp bleibt in Hamburg umstritten

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Das Linksabbiegen in die Gertigstraße soll zukünftig nicht mehr möglich seinFoto: Flüß

Finale zum Beschluss zum Mühlenkamp-Umbau ist am 17. März ab 18 Uhr im Goldbekhaus

Hamburg. Die Planungen zur Busbeschleunigung am Mühlenkamp sind zum Politikum geworden. Kritik kommt von Anwohner-Initiativen, Oppositionspolitikern und Elternrat. Jetzt wurden die überarbeiteten Pläne im Goldbekhaus vorgestellt, nachdem im Herbst vergangenen Jahres die erste Planung abgelehnt wurde.
Im August 2014 soll es los gehen mit den Umbauten am Mühlenkamp, doch die überarbeiteten Pläne stoßen weiter auf Protest: Das Linksabbiegen vom Mühlenkamp in die Gertigstraße soll nach den Umbaumaßnahmen zur Busbeschleunigung nicht mehr möglich sein, die Semperstraße soll zur Durchfahrtstraße mit massiv erhöhtem Verkehrsaufkommen werden; direkt auf dem Mühlenkamp sollen Verkehrsinseln entstehen, die Preystraße auf einer Länge von 50 Metern in beide Richtungen geöffnet und die Bushaltestelle Gertigstraße um 20 Meter Richtung Goldbekplatz verschoben werden. Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) verweist darauf, dass es in der Abstimmungsphase zwei Planungswerkstätten gegeben hätte. „Wir fühlen uns so gut wie gar nicht wahrgenommen“, sagt hingegen Bernd Kroll von der Bürgerinitiative „Unser Mühlenkamp“.
Kroll: „Die Idee zur Planungswerkstatt entstand 2012 für den gesamten Bereich um den Mühlenkamp mit Nebenstraßen, nicht nur für die Beschleunigungsmaßnahmen.“ (In den Planungen sieht die Initiative eine deutliche Verschlechterung der jetzigen Situation und fordert, die Einfahrt in die Gertigstraße aus dem Mühlenkamp aus beiden Richtungen zu belassen und dies insbesondere auch Lieferfahrzeugen über 5,5 Tonnen zu ermöglichen, da die Existenz der örtlichen Gewerbetreibenden und Handwerksbetriebe sonst massiv gefährdet sei. Die Handelskammer Hamburg sah in der ersten Planung mit vollständiger Schließung der Gertigstraße für Abbieger aus dem Mühlenkamp die Belange des Einzelhandels vor Ort nicht ausreichend berücksichtigt, zeigt sich nun aber weitgehend zufrieden: „Wenn es auch nicht optimal ist – es wurde ein Kompromiss gefunden, mit dem alle leben können. Die Erreichbarkeit wird für die Einzelhändler so nicht wesentlich eingeschränkt“, sagt Handelskammer-Sprecher Jan-Oliver Siebrand.
Die Bürgerinitiative fordert weiter statt des „fremden Elements Verkehrsinsel“ Leitboys in der städtisch geprägten Einkaufsstraße Leitboys zu errichten, die Bushaltestelle auf 44 Meter zu verlängern aber nicht zu verschieben. Ganz wichtig sind der Initiative die Belange der Fußgänger und die Sicherheit der Anwohner. Mit der Umdrehung der Preystraße „wird den Autofahrern eine ideale Rennstrecke Richtung Poelchaukamp angeboten. Das Verkehrschaos ist auf Jahre vorprogrammiert und es stellt eine unverantwortliche Gefährdung für die Kinder in der Preystraße dar.“ Christoph Ploß, Bezirksabgeordneter der CDU, kritisiert in diesem Zuge auch die Planung, die Semperstraße zur Durchfahrtstraße umzugestalten: „Dies ist besonders schlimm, da sich dort der zentrale Kinderspielplatz Winterhudes, eine Kita, eine Schule und der Winterhuder Wochenmarkt am Goldbekufer befinden.“ Auch der Elternrat der Grundschule Forsmannstraße hat große Bedenken. Bei einer Änderung der Fahrtrichtung durch die Preystraße „erwarten wir eine weitere Verschlimmerung der schon jetzt problematischen Verkehrssituation rund um unsere Schule und eine noch stärkere Gefährdung der Kinder auf ihrem Schulweg“, heißt es in dem Schreiben an die Bezirksversammlung Nord. (flü)
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