US-Generalkonsulin sagt Hamburg Tschüs

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Wurden gute Freundinnen: US-Generalkonsulin und DAFC-Ehrenpräsidentin Nancy Corbett (r.) mit DAFC-Präsidentin Dorothee Hagen Foto: Haas

Nancy L. Corbett verlässt nach drei Jahren die Hansestadt

Von Waltraut Haas
Rotherbaum
Als die Regenbogenflagge vor dem „kleinen Weißen Haus“ zur Hamburg Pride Week an der Alster gehisst wurde, hatte US-Generalkonsulin Nancy Lynn Corbett sich schon verabschiedet. Ihr Dienst in Hamburg endete turnusgemäß nach drei Jahren bereits im Juli. Doch solche Zeichen der Verbundenheit mit der Hamburg Pride Week, wie etwa die Regenbogenflagge oder die Unterstützung des Magnus Hirschfeld Centrums (mhc), hatte die Generalkonsulin noch vor ihrer Abreise veranlasst. Auch die Mahnwachen unterstützte sie, zu denen das mhc nach dem Massaker in Orlando vor dem amerikanischen Generalkonsulat am Alsterufer aufgerufen hatte: Im Gedenken an 49 Todesopfer, die ein homophober Täter im Juni erschoss. „Wir lassen uns nicht einschüchtern, schon gar nicht von Terroristen, die erstmals gezielt einen Treffpunkt von Lesben und Schwulen angegriffen haben“, sagte der stellvertretende Generalkonsul Michael Craw beim Anblick der Regenbogenflagge, die bis zum vergangenen Sonntag an der Alster wehte. Die US-Regierung setze sich auch weiterhin für die Menschenrechte von Lesben, Schwulen und anderen sexuellen Minderheiten ein.

Verabschiedung durch Freunde


Nancy Corbett indessen war schon als Ehrenpräsidentin des in Rotherbaum ansässigen Deutsch-Amerikanischen Frauen-Clubs (DAFC) beim 62.´Freundschaftstag des Clubs feierlich verabschiedet worden. Der DAFC habe maßgeblich dazu beigetragen, dass sie sich in Hamburg heimisch gefühlt habe, bedankte sich die Generalkonsulin in ihrer Rede.´Bevor sie ihr Amt in Hamburg antrat, war die Berufsdiplomatin zwei Jahre lang in Afghanistan tätig. Corbett wird nach einem dreimonatigen Aufenthalt in den USA, wo sie ihre Arabisch-Kenntnisse auffrischt, ihr nächstes Amt in Ägypten versehen. „Nancy, we wish you the very, very best!“, wünschte ihr der US-Botschafter John B. Emerson, eigens zur Abschiedsfeier aus Berlin angereist. „Ich habe viel über Hamburg gelernt während der vergangenen drei Jahre. Unter anderem weiß ich heute, was ein Tüdelband ist, ich kenne Labskaus, Franzbrötchen, Alsterwasser und – mein Favorit – Pannfisch mit Senfsoße. Aber es sind die Begegnungen mit Menschen, durch die ich als Diplomatin am meisten über Norddeutschland und die deutsch-amerikanischen Beziehungen gelernt habe“, so Nancy Corbett zum Abschied. „Und als erfahrenes Nordlicht weiß ich, was nun zu tun ist: Anker lichten, Leinen los!“
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