Verantwortung für Kinder übernehmen

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Hat ein großes Herz für Kinder: Ingrid Ehlerding (67) in ihrer Stiftung in der Rothenbaumchaussee Foto: Flüß
 
Durch Vermittlung der Stiftung sind Patin Sandra Fülster (28) und Cheyenne (5) dicke Freundinnen geworden Foto: Flüß

Die Ehlerding Stiftung vermittelt Patenschaften

Eppendorf Ingrid Ehlerding sieht die Welt mit Kinderaugen: „Meine Welt hat sich geändert, seitdem ich selber Kinder habe“, erzählt die 67-jährige Vorstandsvorsitzende der Ehlerding Stiftung in der Rothenbaumchaussee. Sie befasst sich intensiv mit der Situation von Kindern in Deutschland und hat festgestellt, dass vielen, die aus sogenannten belasteten Familien stammen, ein verlässlicher Ansprechpartner und der Bezug zur Natur fehlen.

„Alle Mütter sind belastest“

Ingrid Ehlerding spricht bewusst von belasteten Familien und Müttern: „Belastet sind alle Mütter, das stigmatisiert niemanden“, sagt sie. Als ihre beiden Söhne 1981 und 1985 auf die Welt kamen, hatte die gut situierte Ingrid Ehlerding die Freiheit, sich für die hundertprozentige Betreuung ihrer Kinder und gegen eine Berufstätigkeit zu entscheiden. „Dann kann ich mich ja auch noch um andere kümmern, dachte ich und bin zum Jugendamt gegangen mit dem Vorsatz, Familien zu unterstützen“, erinnert sich die elegante Frau. Die Mitarbeiter dort konnten erst nichts mit ihrem Anliegen anfangen. Als Ingrid Ehlerding nicht nachgab, schickte das Jugendamt sie zu einer türkischen Familie mit fünf Kindern.
Die familiäre Situation war problematisch und für Ehlerding eine Gratwanderung: „Ich musste lernen, die Probleme nicht mit nach Hause zu nehmen“. Die enge Beziehung, die sich zu der Familie entwickelte, hält bis heute an und legte den Grundstein für das Projekt „mitKids“, in dem ihre 1994 gegründete Stiftung Paten für Kinder aus belasteten Familien vermittelt.
„Liebevolle Bindungen von Anfang an helfen Kindern, ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu führen“, hat die Niendorferin in ihrer Beziehung zu den türkischen Kindern beobachtet, die „heute alle berufstätig im Leben stehen“.
Ebenso wichtig ist es der gebürtigen Bremerhavenerin, in deren Familie „soziales Engagement keine Rolle spielte“, Kindern und jungen Erwachsenen Naturerlebnisse zu ermöglichen. Auf dem stiftungseigenen ökologischen Schulbauernhof an der Ostsee und im erlebnispädagogischen Schullandheim Barkhausen bei Bremerhaven verbringen vornehmlich Schüler aus sozialen Brennpunkten Freizeit: „Die Kinder backen Brot selber, melken und führen die Ziegen auf die Weide. Auch ganz schwierige Jungs sind entzückend mit Tieren.“

Engagement im Wandel


„Die Ehrenamtlichkeit hat sich in den acht Jahren seit Gründung der mitKids-Patenschaft total gewandelt“, hat Ingrid Ehlerding beobachtet. Anfangs engagierten sich vorwiegend ältere Menschen, darunter viele ihrer Freundinnen. „Jetzt haben ganz viele Junge ein ganz großes Interesse.“ Die professionelle Hilfe von Sozialpädagogen kann und will Ingrid Ehlerding aber nicht übernehmen. Die Verantwortung ihren Schützlingen gegenüber sei auch so schon enorm. „Bei uns gibt es ständig Fortbildungen und Supervision. Die Patenschaften werden sehr gut und intensiv betreut“, so Ingrid Ehlerding. „Es ist wichtig, etwas für die Gesellschaft zu machen“, findet sie. „Und Ehrenamtliche leben länger! Sie sind fest verankert und haben viele soziale Kontakte.“ (flü)

Info:
Informationen zu den Projekten der Ehlerding-Stiftung und ehrenamtlichem Engagement gibt es auf www.ehlerding-stiftung.de. Wer die Arbeit der Stiftung unterstützen möchte, kann dem Förderkreis der Ehlerding Stiftung beitreten. Anmeldung ebenfalls auf der Homepage der Stiftung oder unter 411 72 30
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