Vergnügen ja, aber nicht in Bordellen

Anzeige
In den Gewerbegebieten 5, 10 und 19 können auch Vergnügungsstätten angesiedelt werden, zu denen Bordelle aber nicht zählen Repro: Hanke

Bezirksamt: Sogenannte „Vergnügungsstätten“ in Gewerbegebieten sind keine Freudenhäuser

Groß Borstel Vergnügungsstätten nahe Wohngebieten in Groß Borstel, gar Bordelle? Viele Borsteler wurden hellhörig, als sie von beabsichtigten Änderungen in vier Bebauungsplänen (B-Pläne) in Groß Borstel erfuhren (das Wochenblatt berichtete). In den B-Plangebieten Groß Borstel 5 (rund um Strüver-Gelände und Papenreye), Groß Borstel 10 (an Sportallee, Obenhauptstraße und Alsterkrugchaussee bis zur Sengelmannstraße), Groß Borstel 19 (Sportallee / Heselstücken) und Groß Borstel 26 (Alsterkrugchaussee südlich Hindenburgstraße) soll die Ansiedelung von „zentrenschädigendem Einzelhandel“, gemeint sind Großansiedlungen von Discountern oder Outlets, zugunsten von „Arbeitsstättenflächen“, also Gewerbetrieben, unterbunden werden. Dabei sollen auch Vergnügungsstätten ausgeschlossen werden. Aber nicht in allen besagten Plangebieten. In drei der vier Groß Borsteler Gebieten (5, 10 und 19) soll die Ansiedlung von Vergnügungsstätten gestattet werden. Das Baudezernat Hamburg-Nord gibt Entwarnung. „Die Änderungen betreffen nicht die ganzen B-Plangebiete, sondern nur die Bereiche mit Gewerbetrieben“, stellt Katja Glahn, die Sprecherin des Bezirksamtes, klar. So sind vom Gebiet Groß Borstel 5, das auch die Wohnstraßen südlich der Papenreye umfasst, nur die Flächen nördlich dieser Straße betroffen, auf denen keine Wohnhäuser stehen. Ausnahmen für die Ansiedelung von Vergnügungsstätten können außerdem nur mit überzeugenden Begründungen gemacht werden, wie in dem kleinen B-Plangebiet Groß Borstel 26. „Da diese Flächen an der Alsterkrugchaussee liegen, die vor allem wegen des Flughafens eine Art Einfallstor nach Hamburg darstellen, wurde argumentiert, dass hier aus Imagegründen keine Spielhallen, Wettbüros oder Diskotheken angesiedelt werden sollen“, so Katja Glahn. Die Eröffnung von Bordellen droht nicht. Bordelle und bordellähnliche Betriebe fallen nämlich nicht unter die Vergnügungsstätten. Sie sind „Gewerbetriebe allgemeiner Art“. „Baugenehmigungen für Bordelle in Wohngebieten, insbesondere in der Nähe von Schulen werden in der Regel untersagt“, so Glahn. (ch)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige