Viel Herz und Engagement

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Caroline Smolny ist Mitarbeiterin des Sozialmanagements von fördern & wohnen. Mit viel Engagement und Herz betreut sie die Bewohner auf dem Alsterberg. Foto: ab

Interview mit Caroline Smolny vom „Alsterberg“

Frau Smolny, im Dezember 2010 sind die ersten Flüchtlinge und Zuwanderer in die einstige Hanseaten-Kaserne gezogen. Welche Problematik gab es mit der Einrichtung der Wohnunterkunft?
Im Vorfeld der Belegung gab es deutliche Proteste seitens der Anwohner, deren Befürchtungen im Rahmen einer Öffentlichkeitsveranstaltung mit dem damaligen Bezirksamtsleiter Wolfgang Kopitzsch ausführlich erörtert wurden. Die größte Sorge war, dass die anderen, leerstehenden Gebäude später auch noch belegt würden, und der Stadtteil durch die Bewohnerschaft, speziell in dieser großen Anzahl, zu stark belastet würde.

Wie hat sich die Situation rund um den Alsterberg und ihren 267 Bewohnern inzwischen entwickelt?
Zunächst haben wir im März 2011 noch einen Runden Tisch veranstaltet, an dem es, neben einiger Kritik, schon etliche positive Rückmeldungen über die neuen Nachbarn, und den bisherigen Verlauf gab. Inzwischen ist es ruhig geworden. Wir haben eine treue Anwohnerin, die uns ab und zu anspricht, wenn ihr etwas auffällt. Der Abriss der anderen Kasernengebäude hat begonnen, und unsere Bewohner sind im Stadtteil ‚angekommen’.

Gibt es spezielle Angebote im Alsterberg, welche die Integration der Bewohner vereinfachen?
Wir haben etliche interne Angebote für Kinder, aber auch Erwachsene, in unseren Räumen installiert, um die Menschen von Anfang an aufzufangen und dadurch möglichen Schwierigkeiten in der Umgebung vorzubeugen. Zusätzlich zu unseren Ehrenamtlichen und Honorarmitarbeitern, wirken hier drei externe Träger, das Wohnschiffprojekt, die Mobile Spielaktion und der Internationale Bund, an einem täglichen Programm für die Kinder mit. Durch das interne Sprach- und Kulturcafé sowie den Sprechzeiten von Mitarbeitern des Jugendamtes und der Mütterberatung des Gesundheitsamtes vor Ort, werden die Eltern zusätzlich beraten und unterstützt. Etliche Familien, wohnungslose wie auch wohnberechtigte Zuwanderer, haben bereits im Laufe des vergangenen Jahres den Sprung in eigenen Wohnraum geschafft.
Vor kurzem feierte der Alsterberg ein großes Kulturfest. Wie war die Resonanz – waren Sie mit dem Verlauf des Festes zufrieden?
Zunächst einmal hatten wir großes Glück mit dem Wetter. Unsere Bewohner hatten ein wirklich tolles Buffet hingezaubert, und die Livemusik animierte Menschen unterschiedlichster Herkunft dazu, miteinander zu tanzen. Unter unseren Gästen waren Kooperationspartner, Kollegen, Vertreter verschiedener Behörden wie zum Beispiel Sozialdezernentin Frau Nische. Besonders gefreut hat uns auch der Besuch unserer Nachbarn aus dem Pflegeheim Alsterberg von „Pflegen und Wohnen“. Von unseren Gästen bekamen wir positive Rückmeldungen, und die Bewohner waren sehr glücklich.

Was wünschen Sie sich, um die Unterkunft in der Zukunft noch besser in den Stadtteil integrieren zu können?
Es wäre sehr schön, mehr Kontakt zu den direkten Nachbarn zu haben, in einem regelmäßigen Dialog zu sein. Vielleicht können sich auch Nachbarn aus Alsterdorf vorstellen, bei der Hausaufgabenhilfe oder Ähnlichem mitzuwirken. Auf jeden Fall hoffen wir, dass die Anwohner vermehrt den Weg zu uns finden, und beim nächsten Mal mit uns feiern.(ab)
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