Vom Model zur Malerin

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Kristin Kossi ist richtig glücklich mit der MalereiFoto: Hanke

Kristin Kossi aus Harvestehude stellt erstmals Bilder in der Galerie Claudius aus

Harvestehude. Sie porträtiert Models und Marilyn Monroe, malt mal ganz realistisch, mal Pop-Art und hat sich ihr Handwerk selbst beigebracht. Doch Kristin Kossi fällt noch durch weitere Lebensdaten sofort auf: Sie ist das Kind eines Westafrikaners und einer Russin, hat 17 Jahre lang gemodelt und setzt sich gegen latenten Rassismus in der Modelbranche ein. Wo also soll man anfangen bei dieser Frau? Am besten bei ihrer Kunst. Die begeisterte Harvestehuderin arbeitet täglich in ihrem Atelier in Norderstedt, mag gar nicht damit aufhören. „Es tut mir gut. Malen ist wie Meditation, wie Medizin. Ich habe richtige Glücksmomente dabei“, strahlt die 36-jährige, die schon als Sechsjährige mit dem Malen begann. Professionell ging´s allerdings erst vor sechs Jahren los. Kristin Kossi begann zunächst als Model zu arbeiten, studierte Modedesign und eröffnete ein Modegeschäft. Dann begann sie Models nach eigenen Fotos zu malen: ihre ersten Gemälde. Ganz realistisch. „Das ist eine besondere Herausforderung“, findet Kristin Kossi. Sie malte viele dunkelhäutige Models, denn sie hatte als Nichtweiße die Erfahrung machen müssen, lange nicht zu allen Castings eingeladen zu werden. „Dunkle und vor allem schwarze Models werden diskriminiert. Darüber wird kaum gesprochen. Bestimmte Produkte dürfen nicht von schwarzen Models beworben werden. Ich fühlte mich oft zurückgesetzt“, erzählt Kristin Kossi über die beinharten Gesetze der Modelwelt. Deshalb empfindet sie es nun als ihre Aufgabe, auf diese rassistischen Tendenzen aufmerksam zu machen.
Seit einigen Monaten begeistert sich Kristin Kossi auch für Pop-Art, hat mit kräftigen Farben Collagen zu verschiedenen Themen gemalt. Außerdem hat sie begonnen, sich mit außergewöhlichen Menschen zu beschäftigen, hat eine Porträtserie von Marilyn Monroe angefertigt. In einer ersten großen Ausstellung sind Kristin Kossis Bilder ab 11. Dezember in der Galerie Claudius, Abteistraße 49 (Tel.: 688 7675 10), von 11 bis 16 Uhr zu sehen.
Was macht die charmante Malerin eigentlich, wenn sie nicht malt? „Ich lese und reise viel und gehe gern mit meinem Hund im schönen Harvestehude spazieren“, erzählt die Freundin von Ex-HSV-Bundesligaspieler und -trainer Thomas Doll. (ch)
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