Vor der Tür aktiv

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Grünpatin Edith Aufdembrinke macht sich stark für Begegnungen mit Kinder und Natur Foto: Haas

Eppendorferin setzt sich für Kinder und Pflanzen ein

Eppendorf Ihre großen Ziele hat sie immer vor Augen und bleibt dran: „Alles, was ich vorhabe, fängt schon vor meiner Haustür an“, sagt Edith Aufdembrinke. „Kinder haben keine Lobby.“ Dieser Satz war für die Seniorin vor zwölf Jahren Anlass, eine solche zu schaffen – mit der Vereinsgründung der Dago Kinderlobby. „Dago“ sei eine Wortschöpfung, die David und Goliath vereine und daran erinnere, das Kleine oft klüger seien als Große. Generationengerechtigkeit oder die Bestellung von Kinderbeauftragten in Hamburg, wie es sie in anderen Städten schon gibt, sind Vereinsziele. Sohn David, 30, unterstützte sie bei Aktionen, etwa im benachbarten Haus der Jugend Lattenkamp. Er dreht Filme mit Kindern. „Up in Smoke“ thematisiert das Kiffen. Der 45-Minuten-Streifen lief im Abaton und stiftete an zu Diskussionen von Jugendlichen und Erwachsenen. In Kooperation mit der Liga für das Kind entstand der Film „Niemals Gewalt“. Er wird immer noch in Schulen und in der Erwachsenenbildung eingesetzt. „Kinder sind keine Wähler, deshalb tut sich die Politik so schwer, wenn es um Änderungen im Interesse der Kleinen geht. Das erfordert viel Netzwerkarbeit“, erklärt Edith Aufdembrinke und beteiligt sich auch an den vierteljährlichen Treffen des Bildungsnetzwerks Eppendorf (BINE).

Urban Gardening


Seit drei Jahren engagiert sich die agile Frau zudem in einem Projekt, das wirklich vor ihrer Haustür begann. Kinder sahen sie mit Samentütchen vor dem Spielplatz an der Meenkwiese hantieren und waren sofort Feuer und Flamme: Sie wollten helfen beim Blumensäen und Gärtnern. Die Saat ging auf, Eltern und Nachbarn machten mit. Heute erstrecken sich zauberhafte Gärtchen auf knapp 400 Metern zwischen Alsterufer und Spazierweg im Meenkwiesenpark schräg gegenüber. Die Mini-Paradiese sind nach Themen angeordnet. Im kleinen Küchengarten gedeihen auf wenigen Quadratmetern Kartoffeln, Buchweizen und Mangold. Dazwischen leuchten Kürbisse. Im „Medizingarten“ sind Heilpflanzen zu besichtigen, wie Salbei und Fenchel. Eine kleine Fläche ist den Künsten gewidmet, mit einem Hocker zum Verweilen, der auch Lektüre bietet: Hinter einer Klappe im Hocker lassen sich Bücher entnehmen und hinterlegen. Im Bauerngarten blühen jetzt Funchsien und Hortensien, mächtige Sonnenblumen gedeihen dort, wo mehr Sonnenlicht durch die Säuleneichen dringen kann. Eine der Eichen wurde zum „Wünsche-Baum“. Spaziergänger hinterlassen auf Zetteln, was sie bewegt. An einem Baum hängen Schnuller: Als Zeichen dafür, dass Babys ihre Latex-Sauger nicht mehr brauchen. Sitzgruppen und Tische in der Nähe laden zum Verweilen ein. Stolz spricht Edith Aufdembrinke von dem „grünen Klassenzimmer“, das auch Schulklassen und Kitas gerne nutzen. Das Projekt an der Meenkwiese läuft als offizielle „Grünpatenschaft“ im Bezirksamt Nord. (wh)

Weitere Infos: www.dago-kinderlobby.de
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