„Wäscherei“: Altlasten weg - aber was kommt nun?

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15 Monate Stress: Besorgte und genervte Anwohner versammelten sich regelmäßig an der BaustelleFotos: Haas

11.200 Kubikmeter Gift-Boden entsorgt. Anwohner fürchten Verschattung durch Neubau

Jarrestadt/Barmbek. Bald sind die Bodenarbeiten abgeschlossen: Im Innenhof der alten Wäscherei an der Jarrestraße 52 wurden 11.200 Kubikmeter des kontaminierten Bodens tagtäglich per LKW abgefahren und entsorgt, darunter 1.500 Kubikmeter hochbelastetes Material aus dem „Hot-Spot-Bereich“. „Für den Bodenaustausch wurden rund 4.000 Kubikmeter Füllboden auf die Baustelle geliefert und eingebaut“, erklärt Sprecherin Kerstin Graupner von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU). Der Abschluss einer der umfangreichsten Altlastensanierungen der Stadt rückt in greifbare Nähe. Hintergrund: Während des Betriebes der Wäscherei Wulff zwischen 1937 und 1988 war der Boden durch den unsachgemäßen Umgang mit chemischen Reinigungsmitteln (Leichtflüchtigen Chlorierten Kohlenwasserstoffen, LCKW) stark verunreinigt worden.

„Der Bau bringt nichts als Schatten in der Umgebung.“ Ein Anwohner

Und was kommt jetzt? Die Sorgen der Anwohner des Gebäude-Ensembles Jarrestraße, Ecke Großheidestraße wachsen ausgerechnet jetzt, wo eigentlich Entspannung angesagt wäre. Unendlich viel Lärm, Staub und Dreck, Bodenerschütterungen durch Rammarbeiten sowie dauernd geschlossene Fenster zum Innenhof wegen giftiger Gase: Über ein Jahr lang mussten die Anwohner viel ertragen. Unterdessen sahen sie auf dem Nachbargrundstück Jarrestraße 50 a-e einen Neubau für 49 Eigentumswohnungen wachsen. „Der Bau hat vier Geschosse, zusätzlich ein Staffelgeschoss und bringt nichts als Schatten in der Umgebung.“ bemängeln einige Anwohner, und sie fragen weiter: „Droht uns jetzt ein auch solch ein Horrorbau?“
Das Baugenehmigungsverfahren laufe noch, erklärt dazu Sprecherin Katja Glahn vom Bezirksamt Hamburg-Nord. „Genehmigungsreif“ sei das Vorhaben wohl im Herbst. Anstelle des dreigeschossigen Wäschereigebäudes entstehe ein Gebäudekomplex in Riegelbauweise. Er sehe vier bis fünf Geschosse vor für 64 Eigentumswohnungen mit Tiefgarage. „Für die Neubebauung des Areals wurde extra der Bebauungsplan Winterhude 10 entwickelt, der 2011 festgestellt wurde.“ so Katja Glahn weiter. Dieser Bebauungsplan – mit dem Abriss des Wäschereigebäudes – hatte die umfangreichen Maßnahmen zu Altlastensanierung erst ermöglicht. Zur befürchteten Verschattung gäbe es vorläufig Entwarnung – auf Amtsdeutsch im Bebauungsplan Winterhude 10 festgehalten: „(Der Plan) schafft eine Angleichung der Nutzungsmöglichkeiten und besonders des Maßes der Überbaubarkeit auf allen rückwärtigen Flurstücken… Bei den Ausweisungen wurde für jedes Flurstück das Maß der baulichen Nutzung festgesetzt, das ohne Beeinträchtigung der vorhandenen Nachbarschaft z.B. durch Verschattung bei einer Wahrung gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse umsetzbar ist.“
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