Wenn beim Sex der Extra-Kick fehlt

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Ann-Marlene Henning klärt auf und berät in Sachen Sex – unter anderem in der ZDF-Serie „Make Love“ Foto: Gehm

Ann-Marlene Henning bringt die Leidenschaft zurück

Eppendorf Wer glaubt, dass dank Aufklärung durch Oswald Kolle und freizügiger Darstellung nackter Körper keine Fragen zu Sex und Erotik mehr offen sind, der irrt gewaltig. Das weiß vor allem Ann-Marlene Henning, die als Sexualtherapeutin eine Praxis in Eppendorf betreibt.
„Gerade wegen der Pornos im Internet kommt bei vielen Paaren der Sex zu kurz“, meint die attraktive Dänin, die früher auch als Model gearbeitet hat. „Nicht wenige Männer suchen sich dort täglich einen neuen Kick. Mit der Zeit wird eine echte Frau dann als ,anstrengend’ empfunden, denn sie will ja was von ihm.“
Für eine Einbahnstraße hält Henning diese Form der Befriedigung, in die sich nicht nur jüngere, sondern häufig auch Männer zwischen 50 und 60 Jahren flüchten. Altersbedingt können sie sich nicht mehr ausschließlich auf ihre Hormone verlassen. Sie brauchen neue und stärkere Reize. Als Voyeure im stillen Kämmerlein versagen sie dann bei der eigenen Frau im Schlafzimmer. Die Sucht nach Cybersex sei aber therapierbar, sagt die Expertin, wie überhaupt jedes Sexproblem in fünf bis zehn Sitzungen in den Griff zu kriegen sei. „Die Hälfte meiner Klienten sind Paare“, erklärt die 51-jährige. „Bei Männern geht es meist um das Stehvermögen oder um vorzeitigen Samenerguss. Bei Frauen um Lustlosigkeit oder die Unfähigkeit, einen Orgasmus zu bekommen.“ Es sei ein Klischee, dass Männer sich ungern einem weiblichen Therapeuten anvertrauen: „Ein Mann kann bei mir viel entspannter über alles reden als beim Arzt, der ihn meist schnell mit einem Rezept abfertigt.“
Neben der Therapie in ihrer Praxis im Lokstedter Weg 3, berät sie auch in ihrer ZDF-Serie „Make Love“. Gerade werden die letzten vier Sendungen gedreht, die im Sommer 2016 ausgestrahlt werden. Daneben ist sie Autorin der Bücher „Make Love“ und „Make More Love“ und häufig gesehener Gast in Talkshows.
Nur der dicke Bildband „Big Penis Book“ auf der Fensterbank in ihren 60 Quadratmeter großen Therapieräumen deutet darauf hin, dass es sich nicht um einen „Null-acht-fuffzehn-Laden“ handelt, sondern um eine Praxis der besonderen Art. Komplexe könnten beim Anblick des Buchs sicher jene bekommen, die nicht ganz so großzügig ausgestattet sind wie die Jungs auf den Fotos.
„Darauf kommt es aber gar nicht an“, beruhigt die Expertin. Das sei eher eine Frage der Technik. Die Sexologin muss es wissen, schließlich soll sie ab April 2016 als Assistentin des neuen sexologischen Masterstudiengangs der Universität Merseburg tätig sein.
Und wie steht es um das Sexverhalten des ‚gemeinen Eppendorfers‘?. „Das äußere Erscheinungsbild spielt eine große Rolle“, sagt die Therapeutin. „Und es gibt Lebensbereiche, über die spricht man nicht!“ Zumindest nicht öffentlich. (geh)
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