Winterhude: Filmprojekt schafft Integration

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Der Film „Dance Connection“ von Luise Wagner, ein weiterer Beitrag des Filmfestes im Goldbekhaus, zeigt geflüchtete Jugendliche als Tänzer, Dichter und Rapper Foto: Goldbekhaus
Hamburg: Goldbekhaus, Moorfuhrtweg 9 |

Goldbekhaus zeigt Filme von und mit Flüchtlingen

Chad Smith
Winterhude
Flüchtlinge – es kommen immer weniger, jetzt steht die Integration der Neu-Hamburger im Mittelpunkt. Doch um sich integrieren zu können, müssen die Menschen, die Furchtbares hinter sich haben, zunächst in ihrer neuen Heimat voll und ganz ankommen und ihre Erlebnisse auch ein Stück weit verarbeiten. Ein Weg dazu ist Kultur, das Kulturzentrum Goldbekhaus bietet immer wieder Geflüchteten ein Forum, ermuntert sie zu interkulturellem Austausch.

„Zeig Deinen Film!“

Einer, der dieses Angebot wahrgenommen hat, ist der syrische Flüchtling, Ahmad Alzoubi. Er präsentierte im Rahmen des Amateur-Filmfestes „Zeig Deinen Film!“ eine Dokumentation über die lange und gefährliche Reise, die er und seine Familie im Jahr 2015 von ihrem verwüsteten Heimatland nach Deutschland gewagt haben. Sein Film „Flucht aus Syrien“, eine von mehr als 15 Arbeiten des Filmfests, berührte die Zuschauer ganz besonders. Es ist ein ungeschminkter Bericht über den Krieg und die Suche nach einem besseren Leben. „Ich denke, es ist wichtig, dass Menschen mit ihren eigenen Augen sehen, wie schrecklich Dinge waren und welche Situationen Flüchtlinge wirklich hatten“, sagt der 21-jährige. Alzoubis „Flucht aus Syrien“ beginnt, als die Zeiten noch gut waren: Er wohnte damals mit seiner Familie in einem schönen Haus mit fruchtbarem Land in Tafas, einer Stadt in Süd-Syrien. Im Jahr 2011 versucht die syrische Armee, Unruhen in Tafas niederzuschlagen und bombardiert viele Teile der Stadt. Als die Einberufung von Alzoubi in die syrische Armee droht, entscheidet sich die Familie zur Flucht.

Schüler informieren

Auch wenn fast der gesamte Film mit einer Handykamera gefilmt wurde, gelingt es Alzoubi, sich auf jene Details zu konzentrieren, die das Elend des Krieges zeigen. Dazu zählen zerstörte Oliven- und Zitronenbäume im Vorgarten seines Hauses. Sie wirken im Film zwischen den Trümmern einer zerbombten Schule und vertrockneten Trauben eines verbrannten Weinbergs wie das Zeugnis einer sinnlosen Zerstörung. Als Alzoubi und andere Flüchtlinge auf der Ladefläche eines Kleinlasttransporters die Wüste durchqueren, wird eine enorme Menge Staub aufgewirbelt, der sich auf ihnen sammelt. Alzoubis Ziel: er möchte seinen Film in Schulen zeigen, weil es „ein wichtiger Teil der Geschichte ist“, wie er sagt.
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