Winterhude: Streit um Bäume und Radstreifen

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In der Maria-Louisen-Straße sollen Bäume gefällt und Parkplätze gestrichen werden. Grund dafür ist der geplante Ausbau der Fahrradwege Foto: kg
Hamburg: Maria-Louisen-Straße |

Anwohner wollen Grün in der Maria-Louisen-Straße erhalten – fast 40 Parkplätze vor Streichung

Von Karen Grell
Winterhude
Die Maria-Louisen-Straße soll zwischen Dorotheenstraße und Barmbeker Straße umgebaut werden. Für die Installation eines Radfahrstreifens könnten dafür am Straßenrand fast vierzig Parkplätze wegfallen und eine ganze Anzahl an Bäumen gefällt werden. Auch in der Barmbeker Straße muss im Rahmen der Sanierung Parkraum entfallen. Die Meinungen der Anwohner gehen bei diesem Thema weit auseinander, denn Parkplätze sind in diesem Viertel rund um den Stadtpark rar und auch die Schüler aus der Oberstufe der ansässigen Schulen nutzen, laut der Bewohner, die wenigen Parkbuchten direkt am Straßenrand sehr intensiv. „Ich habe mir extra einen Smart gekauft“, klagt Annelie Alonso, die direkt in der Maria-Louisen-Straße wohnt und keine andere Alternative für die Unterbringung ihren Wagen sieht, als in den Straßen rund um ihren Wohnort. Die ersten Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs in der Maria-Louisen-Straße wurden bereits im vergangenen Jahr zwischen Leinpfad und Sierichstraße realisiert, jetzt soll es mit dem zweiten Bauabschnitt in Kürze weitergehen.

Mitbestimmung der Anwohner

Die CDU hat dazu einen Antrag eingereicht, um die Mitbestimmung der Anwohner zu erwirken und sowohl Parkraum zu sichern, als auch die Bäume in diesen Straßen zu erhalten. „Wir sind auf den Parkraum angewiesen“, betonen auch Clara und Richard Becker, die ihre Kinder morgens zur Schule bringen müssen und auch nicht einsehen, dass die Schüler des gegenüberliegenden Gymnasiums die wenigen Parkplätze blockieren. Rita Hamborg wohnt bereits seit 18 Jahren in der Maria-Louisen-Straße und hat die Entwicklung im Viertel genau mitbekommen. „Früher haben die Kids von der Schule direkt auf dem Parkplatz vor dem Gebäude geparkt, jetzt ist das nicht mehr möglich und der wenige Parkraum geht verloren“. Mit dem Rad sei Rita Hamborg, nach eigenen Angaben, doppelt so lange zur Arbeit unterwegs wie mit dem Auto, auf das sie deshalb angewiesen ist. Der Fahrradstreifen könne ihrer Meinung nach auf dem Fußweg verbleiben, sollte nur ein wenig saniert werden.

Baumbestand erhalten

Zum Thema Baumbestand sind sich alle Befragten einig: Hamburg solle grün bleiben und so wenig Bäume wie möglich verlieren. „Bäume fällen für Radwege, das klingt irgendwie auch absurd“, meint Karsten Ritters, der aus dem vierten Stock seines Wohnhauses direkt in die Baumkronen der Maria-Louisen-Straße schauen kann. Beides, die Bäume und die Radwege, dienten doch letzten Endes der Natur und dürften sich nicht gegenseitig im Weg stehen.
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2 Kommentare
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Michael Kahnt aus Barmbek | 26.04.2017 | 12:06  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 29.04.2017 | 11:30  
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