„Woche des Gedenkens“ in Hamburg

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Die Eppendorfer Ärztin Marie Jonas, in Auschwitz ermordet, Namensgeberin des Marie Jonas Platzes. Wo sie und ihre Familie gelebt haben, wird am 29. Januar um 14 Uhr auf einem Rundgang erkundet Foto: Hanke
 
Die Schottmüllerstraße wurde 2014 nach der Wider-standskämpferin Oda Schottmüller umbenannt. Am 26. Januar werden im Kulturhaus Eppendorf die Fragen beantwortet: Wer war Schottmüller und wer war Oda? Foto: Hanke

Viele Veranstaltungen im Bezirk Nord zur Mahnung an Nazi-Verbrechen

Eppendorf/Winterhude/Groß Borstel In der Feierstunde der Woche des Gedenkens an die Befreiung des Konzentrationslagers (KZ) Auschwitz am Freitag, 27. Januar, um 18 Uhr im Großen Sitzungssaal des Bezirksamtes Hamburg-Nord, Robert-Koch-Straße 17, wird die Zeitzeugin Else Baker über ihre Leidenszeit in dem berüchtigten KZ berichten. Die 1936 geborene Hamburgerin stuften die Nationalsozialisten als „Halbzigeunerin“ ein und deportierten sie im April 1944 nach Auschwitz. Nur dem beharrlichen Nachhaken ihres Adoptivvaters Emil Matulat war es zu verdanken, dass Else Baker im September 1944 aus dem KZ Ravensbrück, in das sie am 2. August weiter-verschleppt worden war, entlassen wurde. Dazu hält die Historikerin Yvonne Robel von der Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg einen Vortrag.

„Woche des Gedenkens“

Die „Woche des Gedenkens“ umfasst im Bezirk Hamburg-Nord wie jedes Jahr eine Vielzahl von Veranstaltungen in verschiedensten Institutionen. Im Kulturhaus Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg 13a, erinnert Maria Koser vom Stadtteilarchiv Eppendorf am Donnerstag, 26. Januar, beim Frauenfrühstück um 10 Uhr an Oda Schottmüller, Künstlerin und Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime, nach der 2014 in Eppendorf die Schottmüllerstraße umbenannt wurde, deren Namensgeber vorher der dem Nationalsozialismus nahestehende Arzt am UKE, Professor Hugo Schottmüller war.

Das Programm als pdf-Download

Am Sonntag, 29. Januar, folgen Interessierte ab 14 Uhr den Spuren der jüdischen Familie Jonas durch Eppendorf („Deportiert – Die Familie des Schulleiters“), Treffpunkt: 14 Uhr, U-Bahnhof Kellinghusenstraße. An den von den Nazis vertriebenen Komponisten Ingolf Dahl aus Groß Borstel erinnern die Pianisten Friederike Haufe und Volker Ahmels sowie die Chöre der St. Peter und der Martin-Luther-Kantorei unter der Leitung von Nicola Bergelt in einem Konzert am Montag, 30. Januar, 20 Uhr, in der St. Peterkirche, Schrödersweg 3. Im Kulturhaus Eppendorf singt Sibylle Knast am Freitag, 3. Februar, 20 Uhr, zum Gedenken an die Opfer der Shoah (Holocaust), Lieder auf Jiddisch, Hebräisch, Griechisch und Ladino, die Sprache der maurischen Juden sowie Lieder der Roma.

Filme über Völkermord

Zwei Dokumentarfilme über den Völkermord der Nazis an den Sinti und Roma zeigt das Alabama-Kino auf dem Kampnagel-Gelände, Jarrestraße 20, am Sonnabend, 4. Februar: „Wir haben doch nichts getan“ (15.30 Uhr) und „Dui krona“ (18 Uhr). Die Gedenkstätte Ernst Thälmann, Tarpenbekstraße 66, Ernst-Thälmann-Platz, erinnert am Donnerstag, 23. Februar, 19 Uhr, mit dem Film „Der vergessene Holocaust“ ebenfalls an die Nazi-Verbrechen an Sinti und Roma. Das Goldbekhaus, Moorfuhrtweg 9, präsentiert am Freitag, 10. Februar, das Stück „Die Reise nach Jerusalem“ über den kollektiven Schuldkomplex der Juden und am Sonnabend, 11. Februar, 20.30 Uhr, „Mahnung – jiddische Musik gegen Rechts“. Bei der Kirchengemeinde St. Peter, Schrödersweg 1, wird am Donnerstag, 16. Februar, 18 Uhr, der Film von Richard Haufe-Ahmels über die kürzlich verstorbene Auschwitz-Überlebende Esther Bauer gezeigt. Jiddische Musik spielt die Hamburg Klezmer Band am Freitag, 17. Februar, 20 Uhr, im Kulturhaus Eppendorf. Am Sonnabend, 18. Februar, veranstaltet Udo Spengler um 14 Uhr den Stadtteilrundgang „Damals bei uns in Groß Borstel 1933-1945“. Aus seinem Leben erzählt der Berliner Rabbiner Walter Rothschild am Donnerstag, 23. Februar, 20 Uhr, im Kulturhaus Eppendorf mit britisch-jüdischem Witz. (ch)

Das Programm als pdf-Download: Woche des Gedenkens im Bezirk Hamburg-Nord
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