Wochenmärkte in Gefahr?

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Nicolas Caumanns hat auf dem Golbekmarkt keine Probleme. Bio-Kost geht gut.Foto: Hanke (hfr)

Gebührenerhöhung sorgt für Krisenstimmung

Bezirke. Der Goldbekmarkt in Winterhude, einer der beliebtesten Wochenmärkte der Stadt, malerisch am Goldbekkanal gelegen.
Ein Einkaufsspaß für die vielen Kunden, die hier dreimal in der Woche Produkte direkt vom Lande erwerben können. Für die Händler war´s in den letzten Jahren nicht immer angenehm. Sie mussten Gebührenerhöhungen und andere gestiegene Kosten verkraften. Für Bio-Gemüsehändler Nicolas Caumanns kein Problem. Seit fünf Jahren kommt er hierher. Er kann nicht klagen. Gebührenerhöhungen lassen sich verkraften. „Ich bin zufrieden“, lautet sein Fazit. Als Dauergast profitiert er von der vor einigen Jahren eingeführten Neuregelung, nach der alle Händler denselben Mietpreis zahlen müssen. Dabei zahlt, wer auf dem Goldbekmarkt verkauft, die attraktive Lage mit. Am Dienstag sind es hier 2,80 bzw. 3,50 Euro pro Frontmeter, am Donnerstag 3,00 und 3,70 Euro und am Sonnabend 3,20 und 3,90 Euro. In anderen Stadtteilen des Bezirks Hamburg-Nord sind die Gebühren niedriger.

Bio läuft gut

Doch auf dem Goldbekmarkt wird weiterhin gut verkauft, auch wenn Preise ´mal leicht steigen. „Meine Kunden sind sehr treu“, erzählt Caumanns. Hier in Winterhude läuft Bio gut. Nicht so leicht hat es der Obst- und Gemüseverkauf auf dem Alsterdorfer Markt. Regina Stechert steht seit über 20 Jahren auf dem kleinen privaten Markt hinter einer jetzt über 13 Meter langen Früchteauslage. „Wir sind hier nur zwei bis drei Personen. Vor zehn Jahren waren wir noch fünf bis sechs“, erzählt die Obstverkäuferin, deren Arbeitsplatz auch gefährdet ist. Informationen über die Kosten der privaten Wochenmärkte liegen den Bezirksämtern nicht vor. Im Gegensatz zu den bezirklichen Wochenmärkten müssen die privaten keine Standgebühren bezahlen.

Kosten

Sie werden nach der Sondernutzung von Wegen und Grünananlagen abgerechnet. Das Bezirksamt Hamburg Nord hat für die Bewirtschaftung seiner acht bezirklichen Wochenmärkte 2012 236.006 Euro ausgeben. Für Unterhaltungsmaßnahmen fielen 37.876 Euro an, für Bürokosten 30.638 und für Personal 192.825 Euro. 36.274 mussten für das Abschleppen von Fahrzeugen aufgewendet werden. Insgesamt 535.667 Euro.

Bezirk Eimsbüttel

Im Bezirk Eimsbüttel, in dem die beliebten Märkte in der Isestraße und am Turmweg abgehalten werden, sind die Gebühren ebenfalls kräftig erhöht worden, auf dem Isemarkt und am Turmweg müssen die Händler Gebühren wie auf dem Goldbekmarkt am Sonnabend zahlen (3,20 Euro für Saisonzulassung, 3,90 Tageszulassung). Doch das dortige Bezirksamt hat 2012 mehr Geld für Unterhaltungsmaßnahmen ausgegeben (79.172 Euro) als Hamburg-Nord (37.876 Euro). So wurde ein vorhandener Marktcontainer ersetzt, es wurden ein zusätzlicher Toilettencontainer und acht zusätzliche Stromkästen aufgestellt und die Marktfläche wurde instandgesetzt und markiert. Auch insgesamt hat Eimsbüttel für dieselbe Anzahl von Wochenmärkten wie Hamburg-Nord (acht) mehr Mittel aufgewendet als der Nachbarbezirk, nämlich 780.385 Euro. 433.260 Euro fielen davon auf die Bewirtschaftung (Hamburg-Nord: 236.006).
Doch auf dem Isemarkt herrscht auch Unzufriedenheit. Die Gebühren müssten in weit höheren Maße den Markt zugute kommen, ärgert sich Hans-Jürgen Pingel, seit über 50 Jahren mit seinem legendären Bonbon-Stand auf dem beliebten Markt. „Wir wollen die Bilanzen sehen. Die Gebühren sind zweckgebunden. Das haben die vergessen“, ereifert er sich. (ch)
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